Der  Ost-Friede

den  Staatssekretär  des  Innern  Wallraf,  erklärte  sich  bereit,
über  die  politischen  Forderungen  der  Streikenden  zwar
mit  den  sozialdemokratischen  Abgeordneten,  nicht  aber
mit  der  „Streikleitung‘‘  oder  dem  ‚Arbeiterrat‘‘  zu  verhandeln,
  und  hielt  diesen  Standpunkt  auch  aufrecht.  Der
verschärfte  Belagerungszustand  wurde  verfügt,  ein  Verbot
von  Versammlungen,  auch  von  solchen  der  Streikleitung
und  des  Arbeiterrats,  wurde  erlassen.  Eine  Anzahl  von
Agitatoren  wurde  verhaftet,  darunter  auch  der  Reichstagsabgeordnete
  Dittmann.  Die  Provinz  verhielt  sich  in  der
Hauptsache  ablehnend.  Am  4.  Februar  war  der  Streik
im  wesentlichen  zu  Ende.

Auch  in  Österreich,  wo  auf  Grund  der  Nahrungsmittelkrısis
  die  Streikbewegung  einen  größeren  Umfang  und
einen  bedenklicheren  Charakter  annahm,  gelang  es,  ihrer
Herr  zu  werden.

Als  Trotzkı  am  10.  Februar  die  Verhandlungen  abbrach,
hatte  er  wohl  noch  eine  letzte  Hoffnung,  daß  die  deutschen
Truppen  gegen  das  revolutionäre  Rußland  nicht  marschieren
  würden.  Der  rasche  Vormarsch  belehrte  die
Petersburger  Machthaber  eines  anderen.  Die  bisher  für
unmöglich  gehaltene  Besetzung  Petersburgs  rückte  mit
einemmal  in  nahe  Sicht.  Sie  hätte,  wie  die  Dinge  damals
lagen,  voraussichtlich  den  Zusammenbruch  der  Bolschewistenherrschaft
  gebracht  und  damit  die  Hoffnungen
auf  die  Weltrevolution  vernichtet.  Unter  diesem  Druck
entschlossen  sich  die  Bolschewisten  auf  das  Drängen

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