Der  Ost-Friede

Der  Friede  von  Bukarest

An  den  Schlußverhandlungen  in  Brest-Litowsk  hatten
Herr  von  Kühlmann  und  Graf  Czernin  nicht  mehr  teilgenommen.
  Sie  hatten  sich  noch  im  Februar  nach  Bukarest
begeben,  um  dort  in  Friedensverhandlungen  mit  der
rumänischen  Regierung  einzutreten.

Die  rumänische  Armee  hatte  gleichzeitig  mit  der  russischen
  Anfang  Dezember  1917  Waffenruhe  und  Waffenstillstand
  mit  der  Heeresleitung  der  Vierbundmächte
abgeschlossen.  Aber  bald  war  es  zwischen  den  rumänischen
Truppen,  denen  sich  der  russische  Oberbefehlshaber  an
der  rumänischen  Front,  General  Tscherbatscheff,  mit  einem
Teil  seiner  Truppen  anschloß,  und  den  bolschewistisch
gesinnten,  nach  der  Heimat  zurückflutenden  russischen
Verbänden  zu  Streitigkeiten  und  Feindseligkeiten  gekommen,
  die  zu  scharfen  russischen  Noten  an  die  rumänische
Regierung,  vorübergehend  zur  Verhaftung  des  rumänischen
Gesandten  in  Petersburg,  schließlich  zu  Ultimaten  und
Ende  Januar  ıgı8  zum  Abbruch  der  diplomatischen
Beziehungen  zwischen  Sowjetrußland  und  Rumänien
führten.  General  Tscherbatscheff  wurde  zum  ‚‚Feind  des
Volkes“  erklärt  und  außerhalb  des  Gesetzes  gestellt.

Die  Haltung  der  rumänischen  Regierung  und  des
rumänischen  Heeres  zu  Deutschland  und  seinen  Verbündeten
  war  in  jener  Zeit  undurchsichtig.  Eine  Zeitlang

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