Der  Ost-Friede

seiner  Bereitwilligkeit  versichern,  Rumänien  einen  ehrenvollen
  Frieden  zu  bewilligen.

Graf  Czernin  hat  in  seiner  Rede  vom  ıı.  Dezember  1918
den  Versuch  gemacht,  diesen  auffallenden  Schritt  wie
folgt  zu  begründen:

„Mit  der  Möglichkeit,  zu  Friedensverhandlungen  mit
Rumänien  zu  gelangen,  wurde  schon  damals  gerechnet,  als
die  Verhandlungen  mit  der  russischen  Friedensdelegation
in  Brest-Litowsk  ihren  Anfang  nahmen.  Um  zu  verhindern,
  daß  auch  Rumänien  sich  diesen  Verhandlungen
anschließe,  ließ  man  deutscherseits  die  rumänische  Regierung
  wissen,  daß  man  mit  dem  gegenwärtigen  König  und
der  gegenwärtigen  Regierung  nicht  verhandeln  wolle.
Dieser  Schritt  hatte  jedoch  nur  den  Zweck,  gesonderte
Verhandlungen  mit  Rumänien  zu  ermöglichen,  da  Deutschland
  befürchtete,  daß  die  Einbeziehung  Rumäniens  in  die
Brester  Verhandlungen  die  Chancen  des  Friedens  gefährden
könnte.  Daraufhin  schien  der  Gedanke  Rumäniens,  den
Krieg  dennoch  fortführen  zu  wollen,  die  Oberhand  zu
gewinnen.  Ende  Januar  wurde  daher  seitens  Österreich-Ungarns
  die  Initiative  ergriffen,  um  die  Verhandlungen
mit  Rumänien  zu  ermöglichen.“

Diese  Darstellung  ist  durchaus  schief.  Das  ergibt  sich
schon  daraus,  daß  bei  dem  sich  bis  zum  Abbruch  der
Beziehungen  und  Kriegsdrohungen  steigernden  schlechten
Verhältnis  zwischen  Sowjetrußland  und  dem  offiziellen
Rumänien  eine  gemeinschaftliche  Verhandlung  in  Brest-300

