Ungarische  Forderungen.  Dobrudschafrage

diplomatische  Unterstützung  der  rumänischen  Wünsche
auf  Bessarabien  zu.

Bulgariens  Forderungen  gingen  auf  Angliederung  der
ganzen  Dobrudscha.  Zugesagt  worden  war  Bulgarien  von
den  beiden  Mittelmächten  vor  seinem  Eintritt  in  den
Krieg  gegen  Rumänien,  daß  es  den  ihm  von  Rumänien
im  zweiten  Balkankrieg  abgenommenen  südlichen  Teil  der
Dobrudscha  mit  einer  Grenzberichtigung  zurückerhalten
solle.  Deutschland  und  Österreich-Ungarn  waren  nun
bereit,  für  die  Überlassung  der  ganzen  Dobrudscha  an
Bulgarien  einzutreten;  die  deutsche  Regierung  knüpfte
jedoch  daran  die  Bedingung,  daß  eine  befriedigende
Einigung  über  die  Eisenbahn  Cernavoda—Constantza  und
den  Hafen  Constantza  erfolge,  sowie  daß  die  deutschen
wirtschaftlichen  Interessen  in  den  Bulgarien  auf  Kosten
Serbiens  zufallenden  Gebieten  berücksichtigt  und  sichergestellt
  würden.

Durch  den  Anspruch  Bulgariens  auf  die  Dobrudscha
entstanden  ferner  erhebliche  Schwierigkeiten  mit  der
Türkei.  Die  Türkei  hatte  ein  nicht  unbeträchtliches
Kontingent  zu  der  Armee  gestellt,  die  im  Laufe  des  rumänischen
  Feldzuges  die  Dobrudscha  erobert  hatte.  Darauf
gestützt,  verlangte  die  türkische  Regierung  für  den  Fall
der  Überlassung  der  Dobrudscha  an  Bulgarien  nicht  nur
die-  Rückgabe  des  Gebietes,  das  sie  im  Jahre  1915  an
Bulgarien  als  Preis  für  dessen  Eintreten  in  den  Krieg
hatte  herausgeben  müssen,  sondern  darüber  hinaus  noch

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