Wirtschaftliche  Forderungen

drücken,  und  waren  deshalb,  mehr  als  Österreich-Ungarn,
darauf  angewiesen,  die  Sicherung  unserer  großen  wirtschaftlichen
  und  auch  politischen  Interessen  in  Rumänien  in
der  Herstellung  von  Beziehungen  zu  suchen,  bei  denen
auch  Rumänien  seinen  Vorteil  finden  konnte.

Mit  diesen  Gesichtspunkten  schien  mir  ein  erheblicher
Teil  der  Forderungen,  die  für  die  Friedensverhandlungen
mit  Rumänien  aufgestellt  worden  waren,  nicht  in  Einklang
zu  stehen.  Vor  allem  schienen  mir  die  teilweise  von  dem
Auswärtigen  Amt,  teilweise  von  der  Obersten  Heeresleitung
  ausgearbeiteten  Vertragsbestimmungen  über  die
Petroleumfrage  und  das  Eisenbahnwesen  über  das  Ziel
hinauszuschießen.  Der  Entwurf  der  handelspolitischen
Abteilung  des  Auswärtigen  Amtes  verlangte  nichts  weniger
als  die  Überlassung  des  gesamten  Bergregals,  natürlich
einschließlich  der  Schürf-  und  Ausbeuteberechtigungen  auf
Petroleum,  an  das  Deutsche  Reich.  Außerdem  sollte
Rumänien  sein  ganzes  Eisenbahnnetz  an  eine  von  Deutschland
  zu  kontrollierende  Gesellschaft  abtreten.  Wenn
daneben  die  Oberste  Heeresleitung  die  heikle  Frage  der
Bahn  Cernavoda—Constantza  und  des  Hafens  Constantza
durch  den  territorialen  Erwerb  der  Bahn  und  des  Hafens
und  eines  Geländestreifens  zu  beiden  Seiten  der  Bahn
regeln  wollte,  so  mußte  das  einen  schweren  Konflikt  mit
Bulgarien  und,  wenn  wir  für  den  Augenblick  diese  Forderung
  durchsetzten,  eine  dauernd  schwere  Belastung  unseres
Verhältnisses  zu  diesem  Balkanstaat  bilden.

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