Der  Ost-Friede

Nachdem  ich  mir  eine  Übersicht  über  die  Wünsche  der
einzelnen  deutschen  Stellen  hinsichtlich  des  rumänischen
Friedens  verschafft  hatte,  veranlaßte  ich  deshalb  den
Reichskanzler,  die  Ressortchefs  zu  einer  Besprechung  der
beim  Friedensschluß  mit  Rumänien  zu  verfolgenden  Richtlinien
  einzuladen.  Ich  erklärte  in  dieser  Besprechung,  die
mir  übertragene  Aufgabe  der  einheitlichen  Zusammenfassung
  der  Vorarbeiten  für  den  wirtschaftlichen  Teil  der
Verhandlungen  nicht  durchführen  zu  können,  wenn  nicht
der  Reichskanzler  eine  klare  Parole  ausgebe.  Meinerseits
sprach  ich  mich  mit  den  oben  angedeuteten  Gründen
für  eine  billige  Verständigung  unter  Vermeidung  jeder
überflüssigen  Härte  aus.

Der  Reichskanzler  schloß  sich  meinem  Standpunkt  an.
Infolgedessen  wurden  die  Absichten,  Rumänien  seine
Bodenschätze  und  seine  Eisenbahnen  wegzunehmen  und
den  Verkehrsweg  Cernavoda—Constantza  mit  dem  Hafen
Constantza  durch  eine  territoriale  Erwerbung  zu  sichern,
aufgegeben  und  vereinbart,  daß  die  Sicherung  unserer  sehr
wichtigen  Petroleuminteressen  durch  ein  Petroleumhandelsmonopol
  erfolgen  solle,  an  dem  die  rumänische  Regierung
uns  eine  maßgebende  Mitwirkung  und  Beteiligung  zuzugestehen
  hätte;  daß  hinsichtlich  der  rumänischen  Eisenbahnen
  lediglich  vertragsmäßige  Abmachungen  über  die
Tarıfpolitik  usw.  getroffen  werden  sollten;  daß  schließlich
  der  Hafen  von  Constantza  zum  Freihafen  gemacht
und  der  Betrieb  dieses  Freihafens  sowie  der  Betrieb  der

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