Der  Ost-Friede

der  auf  dem  Boden  des  früheren  russischen  Kaiserreichs
entstandenen  Freistaaten  angestrebt  hatte,  während  der
Brester  Verhandlungen  in  der  Gegenwehr  gegen  die
bolschewistischen  Machenschaften  sich  zur  völligen
Lossagung  von  Großrußland  und  zur  Proklamation  ihrer
uneingeschränkten  staatlichen  Selbständigkeit  entschloß.

Ein  ähnlicher  Prozeß  spielte  sich  in  Finnland  ab.  Die
Unabhängigkeit  Finnlands  wurde  von  seiner  Volksvertretung
  im  Dezember  1917  proklamiert  und  zunächst
auch  von  der  bolschewistischen  Regierung  in  Petersburg
  formell  anerkannt;  in  Wirklichkeit  aber  griff  die
Petersburger  Regierung  alsbald  in  die  inneren  Verhältnisse
  Finnlands  ein  und  suchte  mit  militärischer
Gewalt  den  Boischewismus  auch  dort  zur  Herrschaft  zu
bringen  mit  dem  Erfolg,  daß  in  Finnland  selbst  Bürgerkrieg
  und  Anarchie  genährt  wurden  und  daß  zwischen
der  sich  auf  die  Mehrheit  der  Volksvertretung  stützenden
finnischen  Regierung  und  Sowjetrußland  der  Kriegszustand
  eintrat.

Im  Süden  und  Südosten  Rußlands  setzte  sich  das
Dongebiet  unter  der  Führung  von  Kosakengeneralen  gegen
das  bolschewistische  Großrußland  zur  Wehr  und  erklärten
dıe  Völkerschaften  des  Kaukasus  ihre  Unabhängigkeit.
Im  Osten  weigerte  sich  Sibirien,  die  Herrschaft  der  großrussischen
  Bolschewisten  anzuerkennen;  auch  hier  kam  es
schließlich  zur  Autonomieerklärung  und  zur  Bildung  einer
eigenen  Regierung.

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