Der  Ost-Friede

braucht  die  Loslösung  der  Außengebiete  nicht  als  eine
Verstümmelung  anzusehen.‘

Und  weiter  in  demselben  Artikel:

„Was  Deutschland  braucht,  ist  Ruhe  und  Stetigkeit
an  seinen  Ostgrenzen.  Eine  Zone  unruhiger  und  miteinander
  hadernder  Völker  wäre  die  denkbar  unglücklichste
Lösung  der  großen  Probleme,  die  an  diesen  Gebieten
hängen.  Die  Klärung  und  Beruhigung  wird  sich  erst
allmählich  vollziehen  können.  Es  wird  wesentlich  von
unserer  künftigen  Ostpolitik  abhängen,  ob  sie  sich  rasch
und  sicher  vollzieht.“

In  ähnlicher  Richtung  bewegten  sich  die  Ausführungen
des  Abgeordneten  Friedrich  Naumann  bei  der  ersten
Beratung  des  Brester  Friedensvertrags  im  Reichstag  am
18.  März  1918.  Er  führte  aus:

,,...  Nachdem  in  Rußland  einmal  der  Zustand  der
Zerbröckelung  und  Anarchie  vorhanden  ist,  jener  Zustand
des  Kampfes  aller  gegen  alle,  muß  irgendwo  eine  Linie
gezogen  sein,  an  der  dieser  anarchistische  Zustand  aufhört
  und  ein  Zustand  der  Ordnung  —  ganz  gleichgültig
  ob  sozlalistischer  oder  bürgerlicher  Ordnung  usw.  —
eintritt.  Es  ıst  eine  unmittelbar  zwingende  Notwendigkeit,
  eine  solche  Grenze  zu  setzen...  Wenn  wir  uns
um  die  neue  Lage  der  russischen  Hinterlassenschaft
nicht  kümmern,  so  wird  damit  die  Entwicklung  nicht
stillstehen.  Wohin  wir  nicht  kommen,  dahin  kommt
England.  Beispielsweise  werden  ohne  unser  Eingreifen

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