Der  Ost-Friede

auseinander:  Die  Anhänger  der  ‚östlichen  Orientierung“,
die  in  einem  starken,  zu  Deutschland  in  freundschaftlichen
  Beziehungen  stehenden  Rußland  für  die
Zukunft  ein  notwendiges  Gegengewicht  gegen  das  Angelsachsentum
  erblickten,  standen  zu  der  Frage,  ob  wir
das  Auseinanderfallen  des  Russischen  Reiches  und  die
innere  Schwächung  Großrußlands  begünstigen  oder  hemmen
sollten,  naturgemäß  anders  als  diejenigen  Politiker,  die
in  dem  Wiedererstehen  des  russischen  Kolosses  die  größte
Gefahr  für  Deutschland  erblickten  und  die  Solidarität  der
westeuropäischen  Kultur  gegenüber  dem  halbasiatischen
Russentum  hochhielten.  Dazu  kamen  die  völkischen
Verpflichtungen,  die  uns  die  Stammesverwandtschaft  der
Deutschbalten  auferlegte.  Außerdem  hatte  unsere  Politik
in  den  russischen  Fragen  Rücksichten  zu  nehmen  auf
unsere  Bundesgenossen,  von  denen  vor  allem  Österreich-Ungarn,
  aber  auch  die  Türkei  ihre  eigenen  unmittelbaren
Interessen  an  der  Lösung  des  russischen  Problems  wahrnahmen.
  Schließlich  wurden  die  Ostfragen  überschattet
von  dem  ganz  neuen  Problem  des  russischen  Bolschewismus,
  der  nach  seinen  eigenen  Kundgebungen  sich  in  seiner
Auswirkung  nicht  auf  Rußland  beschränken  wollte,  sondern
dıe  Revolutionierung  der  Welt  erstrebte.

Der  Brester  Friede  hat  nichts  weniger  als  eine  endgültige
  Lösung  dieser  Probleme  gebracht.  Er  konnte  sie
nicht  bringen,  weil  für  eine  endgültige  Lösung  die  Entwicklung
  der  Dinge  in  Rußland  selbst  noch  nicht  reif

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