Der  Ost-Friede



als  es  bisher  geschehen  war,  deren  wahres  Gesicht  zeigte.
Die  Bestimmungen  des  Friedensvertrags  über  das  Gouvernement
  Cholm  veranlaßten  das  polnische  Ministerium
zur  Demission  und  den  polnischen  Regentschaftsrat  zu
einem  Manifest  an  das  polnische  Volk,  das  in  heftigen
Worten  gegen  die  „neue  Teilung‘  protestierte  und  verkündete,
  daß  der  Regentschaftsrat  das  Recht  zur  Ausübung
der  obersten  Staatsgewalt,  das  er  wenige  Monate  zuvor
aus  den  Händen  der  beiden  Kaiser  entgegengenommen
hatte,  aus  dem  Willen  des  Volkes  herleite  in  der  Überzeugung,
  daß  das  polnische  Volk  ein  Symbol  der  Unabhängigkeit
  haben  wolle  und  sich  um  dieses  zu  scharen
beabsichtige.  Schon  kurz  zuvor,  am  22.  Januar,  hatte
der  Polenklub  im  österreichischen  Abgeordnetenhaus  eine
Resolution  eingebracht,  die  erklärte,  daß  sich  das  Selbstbestimmungsrecht
  der  Polen  auf  alle  Polen  ohne  Rücksicht
auf  die  politischen  Grenzen  beziehen  müsse  und  daß  die
einzig  mögliche  Lösung  der  polnischen  Frage  die  Vereinigung
  aller  polnischen  Gebiete  mit  Zutritt  zum  Meere
sei.  Jetzt,  nach  dem  Abschluß  des  Friedens  mit  der
Ukraine,  erklärte  das  Präsidium  des  Polenklubs,  daß  der
ganze  Polenklub  sich  genötigt  sehe,  im  Reichsrat  und
in  der  österreichischen  Delegation  zur  Opposition  überzugehen.
  Auch  eine  nachträgliche  für  Polen  günstige
Modifikation  der  das  Cholmer  Gebiet  betreffenden  Bestimmung
  des  Friedensvertrags  brachte  keine  Beschwichtigung
der  kochenden  polnischen  Volksseele.  Dieses  edle  Volk,

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