Polen,  Ukraine

das  lediglich  den  Waffenerfolgen  Deutschlands  und  seiner
Verbündeten  und  dem  Blute  vieler  Tausender  von  Deutschen
  und  Österreichern  die  Aussicht  auf  seine  staatliche
Wiederauferstehung  verdankte,  das  für  dieses  große  nationale
  Ziel  keine  Hand  gerührt  und  keinen  Tropfen  Blut
vergossen,  sondern  in  diesem  größten  Krieg  aller  Zeiten
abwartend  beiseitegestanden  hatte,  wandte  sich,  nachdem
  es  von  Rußland  nichts  mehr  zu  befürchten  hatte,
immer  deutlicher  gegen  seine  Befreier.  Die  polnische  Frage,
das  schwierigste  aller  östlichen  Probleme,  wurde  also
durch  die  Brester  Friedensverträge  nicht  nur  nicht  gelöst,
sondern  geradezu  verschärft.

Auch  hinsichtlich  der  Ukraine  und  Finnlands  schuf  der
Brester  Friede  keine  endgültigen  Verhältnisse.

Die  Ukraine  hatte,  wie  oben  dargestellt  ist,  alsbald
nach  Abschluß  ihres  Friedens  mit  den  Mittelmächten  diese
um  Hilfe  gegen  Sowjetrußland  bitten  müssen.  Deutschland
hatte  seine  Truppen  sofort  in  die  Ukraine  einrücken  lassen;
österreichisch-ungarische  Truppen  waren  gefolgt,  nachdem
  der  deutsche  Vormarsch  und  das  deutsche  Ultimatum
die  russische  Regierung  gezwungen  hatten,  ihre  Vertreter
wieder  nach  Brest-Litowsk  zu  schicken.  Aber  auch  nach
Abschluß  des  Friedens  mit  Rußland  hörten  die  Kämpfe
in  der  Ukraine  nicht  auf,  obwohl  Rußland  sich  zur  Zurückziehung
  seiner  Truppen,  einschließlich  der  Roten  Garden,
hatte  verpflichten  müssen.  Unsere  Militärs  vertraten
nachdrücklich  die  Ansicht,  daß  die  Ukraine  den  von  Ihr

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