Finnland.  Kaukasusgebiete

keit  gegen  Ende  Mai  1918  durch  den  in  Tiflis  zusammengetretenen
  georgischen  Landtag  proklamiert  wurde.  Der
neue  georgische  Staat  suchte  alsbald  durch  die  Entsendung
seines  auswärtigen  Ministers  nach  Berlin  freundschaftliche
Beziehungen  mit  Deutschland  anzuknüpfen,  die  deutsche
Anerkennung  seiner  Unabhängigkeit  zu  erlangen  und  sich
die  deutsche  Unterstützung  zu  sichern.  Herr  von  Kühlmann
  teilte  am  24.  Juni  1918  im  Reichstag  mit,  daß  das
Deutsche  Reich  den  Staat  Georgien  „durch  diplomatischen
Notenwechsel  als  de  facto  bestehend  anerkannt‘  habe;
für  seine  „juristisch-diplomatische  Anerkennung“  gälten
dieselben  Grundsätze  wie  hinsichtlich  Estlands  und
Livlands.  Das  deutsche  Interesse  an  Georgien  wurde
dadurch  betont,  daß  der  General  von  Kreß  mit  einer
starken  Schutzwache  in  diplomatischer  Mission  nach  Tiflis
entsandt  wurde.  Inder  Tat  waren  die  Petroleumvorkommen
von  Baku,  die  durch  eine  durch  Georgien  führende  Röhrenleitung
  mit  Batum  am  Schwarzen  Meer  in  Verbindung
standen,  vor  allem  aber  die  reichen  georgischen  Lager
von  Manganerz  sowohl  unmittelbar  für  die  Fortsetzung
des  Krieges  wie  auch  späterhin  für  die  Übergangs-  und
Friedenszeit  für  Deutschlands  Versorgung  mit  diesen
beiden  wichtigen  Produkten  von  besonderer  Bedeutung.

Das  Interesse,  das  unsere  Regierung  und  Heeresleitung
an  den  kaukasischen  Dingen  nahm,  brachte  uns  Reibungen
nicht  nur  mit  Sowjetrußland,  sondern  auch  mit  unserem
türkischen  Bundesgenossen,  der  geneigt  war,  das  ganze

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