Der  Ost-Friede



    

hatten.  Der  vierjährige  Krieg  und  schließlich  die  Revolution
  hatten  die  landwirtschaftliche  Erzeugung  selbst  der
wunderbaren  „Schwarzen  Erde‘  stark  herabgedrückt.
Der  ukrainische  ‚‚Brotfriede‘  erwies  sıch  als  eine  Illusion.

In  Rumänien  standen  die  Dinge  nicht  viel  günstiger.
Der  Feldzug  hatte  die  Ernte  des  Jahres  1916  großenteils
aufgebraucht  und  die  Bestellung  für  das  Jahr  1917  beeinträchtigt.
  Die  Ernteaussichten  für  1918  waren  infolge
anhaltender  Trockenheit  ausgesprochen  schlecht.  Die
andere  große  Hilfe,  auf  die  wir  bei  Rumänien  rechneten,
das  Petroleum  und  seine  Erzeugnisse,  stand  zunächst
auch  nur  in  beschränktem  Umfang  zur  Verfügung;  denn
die  Rumänen  hatten  die  Anlagen  und  Vorrichtungen  zur
Gewinnung  und  Verarbeitung  des  Petroleums  mit  Hilfe
englischer  und  amerikanischer  Fachleute  mit  einem  solchen
Raffinement  und  einer  solchen  Gründlichkeit  zerstört,  daß
die  Wiederherstellung  lange  Zeit  erforderte.

Am  wenigsten  befriedigend  gestalteten  sich  die  wirtschaftlichen
  Beziehungen  zu  Sowjetrußland.  Die  von  dort
erwartete  Hilfe  in  Nahrungs-  und  Futtermitteln  wie  in
kriegswichtigen  Rohstoffen  blieb  völlig  aus.  Es  gelang
nicht,  auch  nur  den  bescheidensten  Warenaustausch  in
Gang  zu  bringen.  Die  inneren,  in  den  Verhältnissen  selbst
begründeten  Schwierigkeiten  wurden  gesteigert  durch  eine
passive  Obstruktion,  die  unverkennbar  von  den  Männern
der  bolschewistischen  Regierung,  so  sehr  diese  fortgesetzt
ihren  guten  Willen  betonte,  unterstützt  und  geleitet  wurde.

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