Diplomatisches  Zwischenspiel

Zu  derselben  Zeit,  als  Rußland  endgültig  zusammenbrach
  und  die  bolschewistische  Regierung  sıch  zu
Friedensverhandlungen  bereit  erklärte,  richtete  Lord  Lansdowne,
  der  Leiter  der  britischen  Außenpolitik  in  dem
letzten  konservativen  Kabinett,  einen  Brief  über  Krieg
und  Frieden  an  die  ‚Times‘,  der  einen  Umschwung  in
der  Gesinnung  der  politischen  Kreise  Englands  anzukündigen
  schien.  Die  ‚Times‘  verweigerten  den  Abdruck
des  Briefes.  Lord  Lansdowne  ließ  ıhn  daraufhin  im  „Daily
Telegraph‘“  veröffentlichen.  Der  Brief  war  eine  besorgte
Warnung  vor  der  Überspannung  der  Kriegsziele  und  der
Parole  des  Krieges  bis  zum  Äußersten.  Der  Wirtschaftskrieg
  sei  als  Kriegsmittel  gerechtfertigt  ;  aber  kein  Vernünftiger
  könne  auf  die  Dauer  die  feindlichen  Mächte  vom
Welthandel  ausschließen  wollen.  Von  den  territorialen
Kriegszielen  sei  manches,  was  früher  an  erster  Stelle
gestanden  habe,  in  die  zweite  Reihe  gerückt;  an  erster
Stelle  stehe  die  Wiederherstellung  Belgiens.  ‚Wir  werden



355