Wilsons  Botschaft  vom  3.  Dezember  1917

und  friedliche  Entwicklung.  Aber  für  die  edle  und
gerechte  Sache,  für  die  Amerika  seinen  Traditionen  gemäß
in  den  Krieg  eingetreten  sei,  werde  es  sich  schlagen,  bis
der  letzte  Schuß  verhallt  seı.

Wie  schon  in  seiner  Antwort  auf  den  Friedensvorschlag
des  Papstes,  so  suchte  der  Präsident  Wilson  bei  dem
deutschen  Volke,  für  dessen  Ohren  diese  Botschaft
ınindestens  ebensosehr  bestimmt  war  wie  für  die  Ohren
seiner  unmittelbaren  Zuhörerschaft,  den  Eindruck  zu
erwecken,  als  gelte  der  Krieg  Amerikas  nur  den  ‚Herren
Deutschlands‘,  und  diesen  in  aller  Unerbittlichkeit,  nicht
aber  dem  deutschen  Volke  selbst,  für  das  er  seine  Sympathie
  und  Bewunderung  ausdrückte;  als  hänge  es  nur
von  dem  deutschen  Volk  ab  —  ın  dessen  innere  Angelegenheiten
  er  sich  beileıbe  nicht  einmischen  wolle!  —,  durch
Davonjagen  seiner  „Herren“  zu  einem  Frieden  der  unparteiischen,
  Freund  und  Feind  mit  gleichem  Maße  messenden
Gerechtigkeit  zu  kommen.  In  späteren  Reden  und  Botschaften,
  hat  er  denselben  Faden  weitergesponnen.  Das
hart  geprüfte,  unter  den  Opfern  und  der  Last  des  Krieges
schwer  leidende  deutsche  Volk  horchte  allmählich  auf.
Nicht  nur  in  einfältigen  Gemütern  fanden  die  verführerischen
  Worte  Wilsons  Eingang;  auch  ein  großer  Teil
der  „Intelligenz“  und  derjenigen  Leute,  die  bei  uns  die
Rolle  von  Politikern  spielten,  sich  selbst  für  Politiker
hielten  und  dafür  halten  ließen,  kam  allmählich  dazu,  in
Wilsons  Worten  Offenbarungen  zu  hören.  Mit  besonderer

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