Dezemberreden  Lloyd  Georges

bezeichnete  er  als  ‚Verbrecher  und  Banditen‘.  Die
sichere  Hoffnung  auf  den  Sieg  trotz  des  Ausscheidens
Rußlands  begründete  er  mit  dem  Hinweis  darauf,  daß
an  die  Stelle  Rußlands,  das  sich  als  der  am  schlechtesten
organisierte  Staat  erwiesen  habe,  jetzt  die  Vereinigten
Staaten  mit  ihrer  ganzen  Kraft  getreten  seien.

Einige  Tage  später,  am  2I.  Dezember,  nahm  Lloyd
George  Gelegenheit,  sich  im  Unterhaus  in  einer  großen
Rede  über  die  Lage  auszusprechen.  Er  verhehlte  nicht
die  Gefahren:  Der  Lebensmittelmangel  bei  den  Alliierten
sei  größer  als  erwartet.  Die  zu  Anfang  des  Jahres  gehegten
militärischen  Hoffnungen  seien  nicht  in  Erfüllung  gegangen  ;
zwar  hätten  die  Deutschen  auf  dem  westlichen  Kriegsschauplatz
  Niederlagen  erlitten  und  hätten  die  Engländer
Bagdad  und  Jerusalem  erobert;  aber  die  Lage  sei  bedrohlicher
  geworden  durch  die  unerwartete  Niederlage  Italiens,
dem  seine  Verbündeten  hätten  zu  Hilfe  kommen  müssen,
und  durch  Rußlands  Eintritt  in  Waffenstillstands-  und
Friedensverhandlungen.  Die  kommenden  Wochen  würden
die  sorgenvollsten  des  ganzen  Krieges  sein.  Auf  Grund
dieser  Lage  kündigte  er  Maßregeln  zur  Vergrößerung  des
Heeres  an.  Von  Friedensbereitschaft  war  auch  aus  dieser
Rede  nicht  der  leiseste  Klang  herauszuhören.  Zwar  wies
er  den  Gedanken  als  lächerlich  weit  von  sich,  England
habe  am  Krieg  teilgenommen,  um  Gebietsteile  zu  erwerben.
Aber  er  blieb  dabei,  der  Krieg  sei  verursacht  worden  durch
die  „ruchlose  Arroganz  der  deutschen  Militärkaste‘““,  und

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