Schwierigkeiten  bei  den  Alliierten

auch  für  die  Entente  erneut  die  Ernährungssorgen,
die  nach  der  Einbringung  der  neuen  Ernte  zunächst
behoben  schienen.  Die  amerikanische  Regierung  sah  sich
genötigt,  unerwartet  starken  Anforderungen  ihrer  Verbündeten
  zu  entsprechen.  Reuter  meldete  am  ı2.  Januar
1918  aus  Washington,  daß  die  Höchstmenge  der  normalen
Weizenausfuhr  der  Union  schon  gegen  Ende  Dezember
verladen  gewesen  sei,  daß  aber  gleichwohl  die  Unionsregierung
  angesichts  des  bei  den  Alliierten  herrschenden  Mangels
Vorbereitungen  für  die  Lieferung  von  weiteren  go  Millionen
Bushels  (gleich  z!/,  Millionen  Tonnen)  treffe.  Zu  diesem
Zweck  scien  weitere  Einschränkungen  des  amerikanischen
Verbrauches  geplant.  Reuter  fügte  hinzu:  ‚Die  Entscheidung,
  ob  das  Abkommen  mit  den  Alliierten  über  den
Transport  amerikanischer  Truppen  nach  Europa  dadurch
berührt  wird,  bleibt  den  Alliierten  überlassen.  Einzelne
amerikanische  Beamte  sind  der  Ansicht,  daß  die  Alliierten
vorerst  der  Lieferung  von  Getreide  den  Vorzug  geben
werden.“

Daneben  machte  der  Heeresersatz  der  britischen  Regierung
  fortgesetzt  große  Schwierigkeiten.  Sir  Auckland
Geddes  teilte  am  I5.  Januar  dem  Unterhause  mit,  daß  die
Mittelmächte  durch  das  Ausscheiden  Rußlands  einen
Kräftezuwachs  von  mindestens  ı!/,  Millionen  Mann  erhalten
  hätten,  von  denen  sie  die  Mehrzahl  an  die  Westfront
  werfen  könnten;  demgegenüber  müsse  England
sofort  400—500  000  Mann  aus  denjenigen  Gruppen

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