Hertling  über  das  Wilson-Programm

Deutschlands  Stellung,  aber  dazwischen  dringe  immer
wieder  die  Auffassung  durch,  als  seien  wir  die  Schuldigen,
die  Buße  tun  und  Besserung  geloben  müßten.  ‚So  spricht
der  Sieger  zum  Besiegten;  so  spricht  derjenige,  der  alle
unsere  früheren  Äußerungen  von  Friedensbereitschaft  als
bloße  Zeichen  der  Schwäche  deutet.‘  Von  dieser  Täuschung
müßten  sich  die  Führer  der  Entente  frei  machen.  ‚Unsere
militärische  Lage  war  niemals  so  günstig,  wie  sie  jetzt
ist.  Unsere  genialen  Heerführer  sehen  mit  unverminderter
Zuversicht  in  die  Zukunft.  Durch  die  ganze  Armee,  durch
Offiziere  und  Mannschaften  geht  ungebrochene  Kampfesfreude.“
  Wenn  die  Führer  der  feindlichen  Mächte  wirklich
  zum  Frieden  geneigt  seien,  so  möchten  sie  ihr  Programm
  nochmals  revidieren.  „Wenn  sie  mit  neuen  Vorschlägen
  kommen,  dann  werden  wir  sie  auch  ernstlich
prüfen;  denn  unser  Ziel  ist  kein  anderes  als  die  Wiederherstellung
  eines  dauernden  allgemeinen  Friedens.  Aber
dieser  dauernde  allgemeine  Friede  ist  so  lange  nicht  möglich,
  als  die  Integrität  des  Deutschen  Reiches,  als  die  Sicherung
  unserer  Lebensinteressen  und  die  Würde  unseres
Vaterlandes  nicht  gewahrt  bleibt.“

Die  Ausführungen  der  beiden  leitenden  Staatsmänner
des  Zweibundes  stellten  also  den  Programmpunkten  Wilsons
nur  dort  ein  glattes  Nein  entgegen,  wo  diese  mit  der
Erhaltung  der  territorialen  Integrität  und  der  Souveränität
  unverträglich  waren.  In  allen  anderen  Punkten
stimmten  sie  ausdrücklich  zu  oder  wiesen  sie  wenigstens

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