Erklärung  Hertlings.  Rede  Balfours

Programms  ausging,  erklärte  Balfour,  die  Rede  des
Grafen  Czernin  sei  offenbar  mißverstanden  worden;  man
könne  sich  kein  Polen  denken  ohne  die  ihm  von  Deutsch-Jand
  entrissenen  Provinzen,  aber  deren  Rückgabe  werde
sicherlich  nicht  in  den  Absichten  des  Grafen  Czernin
liegen.  —  Mit  dieser  Wendung  erkannte  Balfour  an,  daß
für  gewisse  Punkte  des  Wilson-Programms  eine  Annahme
seitens  der  Mittelmächte  überhaupt  nicht  erwartet  werden
konnte.  —  Weiter  führte  Balfour  aus,  daß  auch  die  letzte
Rede  des  Grafen  Hertling  keine  Grundlage  für  Verhandlungen
  biete.  Wenn  man  Verhandlungen  beginnen  wolle,
bevor  man  die  Aussicht  auf  ihre  erfolgreiche  Durchführung
  habe,  so  wäre  das  das  größte  Verbrechen  gegen  den
Weltfrieden.

|  Mit  anderen  Worten,  dieEntente-Staatsmänner  waren  sich
klar  darüber,  daß  ihre  Kriegsziele  nicht  durch  Verhandeln
mit  einem  unbesiegten  Gegner,  sondern  nur  durch  Diktieren
nach  errungenem  Siege  erreichbar  seien;  und  deshalb  waren
sie  entschlossen,  in  dem  Vertrauen  auf  die  allmählich
wirksam  werdende  amerikanische  Hilfe  weiterzukämpfen.

Kein  anderes  Ergebnis  als  die  öffentlichen  Friedensgespräche
  der  leitenden  Staatsmänner  hatten  vertrauliche
Sondierungen  und  Unterhaltungen.

Durch  spätere  Mitteilungen  des  Grafen  Czernin  —  in
einer  Rede  vom  2.  April  ıgı8  —  ist  bekannt  geworden,
daß  die  im  August  IgI7  ergebnislos  verlaufenen  Besprechungen
  zwischen  dem  Major  Grafen  Armand  und  dem

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