Neuer  Verhandlungsversuch  Czernins

Frankreichs  auf  die  ‚Desannexion“  anzunehmen.  Unter
diesen  Umständen  erschien  auf  beiden  Seiten  jede  weitere
Verhandlung  zwecklos.

So  hatte  sich  abermals  das  Wort  als  ohnmächtig  erwiesen,
  dem  Kriege  ein  Ziel  zu  setzen,  sowohl  das  öffentliche
  Wort  der  leitenden  Staatsmänner,  wie  die  vertrauliche
  Aussprache  von  Mittelspersonen.  Nun  lag  die  letzte
Entscheidung  beim  Schwert.  Auf  beiden  Seiten  wurden  alle
Kräfte  angespannt  zu  dem  größten  und  schwersten  Völkerringen,
  unter  dessen  Wucht  jemals  die  Erde  erzitterte.

Deutschlands  Heerführer  vermochten,  wenn  auch  eine
nicht  unbeträchtliche  Truppenmacht  infolge  der  mangelhaft
  geklärten  Verhältnisse  im  Östen  gebunden  blieb,  auf  dem
westlichen  Kriegsschauplatz  ein  Heer  zu  versammeln,  wie  es
niemals  in  der  Geschichte  ein  einziges  Volk  ins  Feld  gestellt
hat.  Lloyd  (Greorge  hat  später  —  am  10.  April  ıgI8  —
im  Unterhaus  erklärt,  noch  im  Spätherbst  sei  das  Verhältnis
  der  deutschen  Truppen  zu  denen  der  Alliierten
auf  dem  westlichen  Kriegsschauplatz  wie  2:3  gewesen;
diese  zahlenmäßige  Überlegenheit  der  Alliierten  sei  infolge
  der  Heranziehung  deutscher  Truppen  aus  dem  Osten
nahezu  ausgeglichen  worden.

Seit  der  Marneschlacht  hatten  wir  in  Frankreich  einem
weit  überlegenen  Gegner  in  der  Verteidigung  standhalten
müssen.  Zum  erstenmal  stand  jetzt  wieder  die  Partie  auf
dem  westlichen  Kriegsschauplatz  zahlenmäßig  annähernd
gleich  auf  gleich.

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