Die  Entscheidung

Bd

Natürlich  konnten  auch  die  größten  Kraftanstrengungen
der  Franzosen,  Engländer  und  Amerikaner  die  Lage  auf
dem  Kriegsschauplatz  nicht  sofort  entscheidend  beeinflussen.
  Sie  brauchten  Zeit  für  ihre  Auswirkung.  Zunächst
waren  jedenfalls  die  Heere  unserer  Feinde  so  stark  mitgenommen,
  daßsiein  der  langen  Pause,  die  nach  dem  Festlaufen
  unserer  flandrischen  Offensive  eintrat,  keinen  ernstlichen
  Versuch  machten,  die  Initiative  wieder  an  sich  zu
reißen  oder  wenigstens  durch  stärkere  Angriffsaktionen
die  deutsche  Heeresleitung  in  der  Vorbereitung  eines  neuen
Offensivschlages  ernstlich  zu  stören.

Auch  die  deutschen  Heere  waren  durch  die  beiden
großen  Angriffe  geschwächt.  Die  Verbände  mußten  aufgefüllt
  werden  und  sich  erholen,  Material  und  Munition
mußten  ergänzt  werden.  Jeder  neue  Schlag  bedurfte  zudem
der  sorgfältigsten  Vorbereitung,  um  einen  dem  großen
Aufwand  und  den  unvermeidlich  großen  Opfern  entsprechenden
  Erfolg  nach  Möglichkeit  zu  sichern.

So  kam  das  Ende  des  Monats  Mai  heran,  ohne  daß  seit
der  Erstürmung  des  Kemmelbergs  eine  der  beiden  Parteien
  eine  größere  Kampfhandlung  unternommen  hätte.

Dann  aber  brach  der  Sturm  von  neuem  los,  dieses  Mal
mit  einer  Wucht,  die  selbst  den  furchtbaren  Anprall  der
Märzoffensive  übertraf.

In  der  Frühe  des  27.  Mai  zerhämmerten  die  deutschen
Geschütze  mit  gewaltigem  Feuerschlag  die  französischenglischen
  Stellungen  zwischen  Laon  und  Reims.  Dem

406