Mißglückte  österreichische  Offensive

mitgeteilt.  Die  Italiener  gingen  ihrerseits  zum  Angriff
an  der  ganzen  Piave-  und  Gebirgsfront  über  und  fügten
den  österreichisch-ungarischen  Truppen  große  Verluste
an  Menschen  und  Material  zu.  Wenn  auch  der  italienische
Gegenstoß  ohne  nennenswerten  Geländegewinn  östlich
des  Piave  und  am  Gebirgsrand  zum  Stehen  kam,  so  war
doch  der  moralische  Eindruck  der  Niederlage  bei  unseren
Bundesgenossen  doppelt  stark  angesichts  des  Zusammentreffens
  der  Unglücksnachricht  mit  einer  sehr  schweren
Zuspitzung  der  Ernährungslage.  Der  Aufschwung  an  Mut
und  Vertrauen,  den  der  große  Erfolg  der  Isonzo-Offensive
in  der  Donaumonarchie  herbeigeführt  hatte,  war  schon
längst  verblaßt;  er  brach  jetzt,  beim  ersten  Rückschlag,
gänzlich  in  sich  zusammen.

Die  Gestaltung  der  militärischen  Lage  mußte  ernstliche
Zweifel  daran  erwecken,  ob  das  Ziel  unserer  großen  Angriffsaktion,
  die  Niederkämpfung  der  feindlichen  Armeen,
mit  den  uns  zur  Verfügung  stehenden  Kräften  überhaupt
erreichbar  sei.  Unsere  Truppen  waren  stark  gelichtet
und  ermüdet.  Vor  allem  war  ein  großer  Teil  unserer
besten  Offiziere  und  Unteroffiziere  gefallen  oder  verwundet,
ohne  daß  ausreichender  und  gleichwertiger  Ersatz  hätte
beschafft  werden  können.  Auch  der  Mannschaftsersatz
machte  immer  größere  Schwierigkeiten;  außerdem  waren
die  jetzt  von  Osten  herübergeholten  Truppen  zum  Teil
bolschewistisch  verseucht,  und  auch  der  Ersatz  aus  der
Heimat  ließ  in  seinem  Geiste  sehr  zu  wünschen  übrig.

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