Die  Entscheidung

unserer  Beziehungen  zu  unseren  Verbündeten  sowie  zu
Rußland  und  den  sich  auf  dem  Boden  des  alten  Kaiserreichs
  neu  entwickelnden  Staatswesen  und  ging  dann  mit
wenigen  Worten  auf  unser  Verhältnis  zu  den  europäischen
Neutralen  ein.  Im  Anschluß  daran  sagte  er  über  die  militärısche
  Lage,  daß  infolge  des  glänzenden  Verlaufs  der
Operationen  in  Frankreich  die  Initiative  vollkommen  bei
unserer  Obersten  Heeresleitung  liege,  und  daß  wir  hoffen
könnten,  der  Sommer  und  der  Herbst  würden  unseren
Waffen  neue  Erfolge  bringen.  An  dieses  zuversichtliche
Urteil  knüpfte  er  eine  Bemerkung,  die  Bewegung  und
großes  Aufschen  erregte:  Man  müsse  sıch  fragen,  ob  der
Krieg  noch  über  den  Herbst  und  Winter  und  über  das
nächste  Jahr  hinaus  dauern  werde.  Der  Feldmarschall
Graf  Moltke  habe  im  Jahre  Idgo  ausgeführt,  der  nächste
Krieg  könne  ein  siebenjähriger,  ja  ein  dreißigjähriger
Krieg  werden  ;  nach  seiner  —  Kühlmanns  —  Ansicht  sei  es
unmöglich,  mit  Sicherheit  irgendeinen  Augenblick  für  das
Ende  des  Krieges.  ins  Auge  zu  fassen.  „Das  Auge  muß
nach  den  politischen  Motiven  ausspähen,  welche  eventuell
Friedensmöglichkeiten  eröffnen  könnten,  und  nach  dieser
Richtung  hin  muß  ich  sagen,  daß  trotz  der  glänzenden
Erfolge  unserer  Waffen  auf  seiten  unserer  Gegner  Friedenswilligkeit,
  an  maßgeblichen  Stellen  Friedensbereitschaft
noch  nirgends  klar  erkennbar  hervorgetreten  sind.“  Er
ließ  eine  Polemik  mit  Balfour  folgen,  der  kurz  zuvor
wieder  einmal  die  „alte  Legende  erneuert  habe,  daß

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