Rede  Kühlmanns  am  24.  Februar  1918

Deutschland  den  Krieg  entfesselt  habe,  um  die  Weltherrschaft
  an  sich  zu  reißen‘.  Diese  Legende  werde  durch
fortgesetzte  Wiederholung  nicht  wahrer.  Der  Krieg  zeichne
sich  immer  deutlicher  ab  ‚als  das  Werk  Rußlands‘“;  daß
Frankreich  dabei  „als  Kriegshetzer  auf  das  schlimmste
mitgespielt‘‘,  daß  die  englische  Politik  ‚sehr  dunkle  Seiten
in  dieser  Beziehung  aufzuweisen  habe“,  dafür  gebe  es
Beweise  genug.  Er  halte  es  für  nützlich  und  notwendig,
gegenüber  den  feindlichen  Behauptungen  über  Deutschlands
  angebliche  Kriegsziele  nicht  in  der  Negation  zu  verharren,
  sondern  ‚ganz  einfach  und  leicht  verständlich  für
alle‘  zu  sagen,  was  wir  positiv  wollten:  ‚wir  wollen  auf
der  Welt  für  das  deutsche  Volk  —  und  das  gilt  mutatıs
mutandis  auch  für  unsere  Verbündeten  —  innerhalb  der
Grenzen,  die  uns  die  Geschichte  gezogen  hat,  sicher,  frei,
stark  und  unabhängig  leben,  wir  wollen  über  See  den  Besitz
  haben,  welcher  unserer  Größe,  unserem  Reichtum
und  unseren  bewiesenen  kolonialen  Fähigkeiten  entspricht,
wir  wollen  die  Möglichkeit  und  die  Freiheit  haben,  auf
freier  See  unseren  Handel  und  unseren  Verkehr  in  alle
Weltteile  zu  tragen.‘“  Die  Unversehrtheit  des  Grundgebiets
  des  Deutschen  Reiches  und  seiner  Verbündeten
sei  nach  wie  vor  eine  notwendige  Voraussetzung  für  die
Aufnahme  irgendwelcher  Friedensgespräche  oder  Friedensverhandlungen;
  darüber  hinaus  könnten  sämtliche  Fragen
Gegenstand  der  Beratung  und  Einigung  sein.  Der  englische
Vorwurf,  daß  wir  nicht  bereit  seien,  in  der  belgischen

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