Wirkungen  der  Kühlmannschen  Rede

diplomatische  Verhandlungen  ‚notwendig  seien,  zu  denen
aber  auf  der  anderen  Seite:  bisher  noch  keinerlei  Geneigtheit
  sich  zeige.  Ein  Bekenntnis  von  vollständiger  Trostlosigkeit
  und  Resignation  ohne  die  leiseste  Andeutung,
was  die  deutsche  Politik  tun  wolle,  um  sich  einen  Weg
zu  bahnen.

Nach  dem  Staatssekretär  sprachen  die  Herren  Gröber
und  Dr.  David,  letzterer  an  die  zwei  Stunden  lang.  Sie
hielten,  wie  das  im  Reichstag  üblich  war,  ihre  vorbereiteten
Monologe,  die  an  Kühlmanns  Äußerungen  vorübergingen,
wie  wenn  der  Staatssekretär  überhaupt  nicht  gesprochen
hätte.  Dagegen  ging  der  Führer  der  Konservativen  zum
Angriff  gegen  Herrn  von  Kühlmann  vor,  dessen  Ausführungen
  unser  Vertrauen  in  den  Sieg,  die  erste  Voraussetzung
für  ein  gutes  Ende,  in  Zweifel  zu  stellen  und  den  Geist
unserer  Truppen  nachteilig  zu  beeinflussen  geeignet  seien.

Am  nächsten  Vormittag  ließ  mich  Graf  Hertling  aus
einer  anderen  Veranlassung  zu  sich  bitten.  Er  äußerte
sich  ungehalten  über  Kühlmanns  Rede;  er  selbst  habe
nichts  von  Kühlmanns  Absicht  gewußt,  Ausführungen
dieser  Art  zu  machen;  ebensowenig  habe  sich  Kühlmann
mit  der  Obersten  Heeresleitung  über  seine  das  militärische
Interesse  doch  stark  berührenden  Ausführungen  in  Verbindung
  gesetzt;  die  Oberste  Heeresleitüung  habe  bereits
einen  scharfen  Protest  erhoben.  —  In  der  Pressekonferenz
  desselben  Vormittags  ließ  die  Oberste  Heeresleitung
  auf  Anfrage  erklären,  daß  sie  durch  die  Rede

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