Kühlmanns  Verabschiedung

diese  getrost  der  Geschichte  überlassen.  Er  wolle  ein  Mißverständnis
  ausräumen,  das  in  der  Auffassung  des  zweiten
Teiles  der  Ausführungen  des  Staatssekretärs  augenscheinlich
  obgewaltet  habe.  Die  Tendenz  dieser  Ausführungen
sei  lediglich  gewesen,  die  Verantwortung  für  die  Fortsetzung
  und  unabsehbare  Verlängerung  des  entsetzlichen
Krieges  den  Feinden  zuzuschieben;  denn  von  einem  Erlahmen
  unseres  energischen  Abwehrwillens,  von  einer
Erschütterung  unserer  Siegeszuversicht  könne  doch
selbstverständlich  nicht  die  Rede  sein.

Nach  dem  Kanzler  erhob  sich  Herr  von  Kühlmann  zu
einer  Abwehr  der  Angriffe,  die  Graf  Westarp  tags  zuvor
gegen  ihn  gerichtet  hatte;  auch  er  habe  den  Schwerpunkt
auf  die  militärischen  Entscheidungen  gelegt  und  die  diplomatischen
  Verhandlungen  als  das  Sekundäre  und  Nachfolgende
  klar  gekennzeichnet.  Der  Verlauf  werde  immer
sein:  der  militärische  Erfolg  ist  die  Voraussetzung  und
Grundlage  der  diplomatischen  Verhandlungen.

Herr  von  Kühlmann  war  nach  der  Rede  des  Kanzlers
und  nach  seinen  eigenen  Ausführungen  als  Staatssekretär
des,  Auswärtigen  erledigt.  Was  im  Reichstag  und  in  der
Presse  weiter  folgte,  war  nur  noch  ein  Kampf  um  seine
politische  Leiche.

Herr  von  Kühlmann  selbst  gab  sich  über  die  Unhaltbarkeit
  seiner  Stellung  keiner  Täuschung  hin;  aber  er
wünschte  noch  den  Bukarester  Frieden  im  Reichstag
unter  Dach  und  Fach  zu  bringen.  Am  6.  Juli  wurde  er

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