Die  Lage  in  Rußland

Hilfe  gewährten.  Außerdem  unterstützten  die  ın  Südrußland
  stehenden  deutschen  Truppen  die  unter  dem  General
Krasnow  gegen  Sowjetrußland  kämpfenden  Donkosaken.
Schließlich  förderte  Deutschland  die  Selbständigkeitsbestrebungen
  der  Georgier  und  Grusinier.

Die  Tatsache,  daß  wir  mit  den  Bolschewiki  und  ihrer
Roten  Garde  außerhalb  der  noch  ganz  flüssigen  territorialen
  Grenzen  Großrußlands  nach  wie  vor  die  Waffen
kreuzten,  mußte  natürlich  die  Aufgabe,  gute  Beziehungen
zu  dem  unter  der  Sowjetregierung  stehenden  Großrußland
zu  schaffen  und  dadurch  die  Nutzbarmachung  seiner
Hilfsquellen  und  Vorräte  für  Deutschland  zu  ermöglichen,
in  einer  ganz  besonderen  \Weise  erschweren.  Aber  abgesehen
  von  dieser  Komplikation  mußte  es  von  Anfang
an  zweifelhaft  erscheinen,  ob  die  Erreichung  unseres
Zieles  in  Großrußland  überhaupt  möglich  wäre  mit  einer
Regierung,  die  den  von  hihr  mit  uns  abgeschlossenen
Frieden  ganz  offen  nur  als  ‚Atempause‘  bezeichnete  und
immer  wieder  die  Weltrevolution,  beginnend  mit  der  Revolutionierung
  Deutschlands,  als  ıhr  Ziel  proklamierte.

Jedenfalls  zeigte  sich  bald,  daß  die  Durchführung  des
Brester  Vertrages  und  die  erstrebte  Anbahnung  von
wirtschaftlichen  Beziehungen  auf  die  größten  Schwierigkeiten
  stieß.  Unser  Bestreben,  die  russischen  Warenvorräte
  für  uns  nutzbar  zu  machen,  scheiterte,  und  zwar
nicht  nur  hinsichtlich  der  Nahrungsmittel,  die  in  Sowjetrußland
  selbst  außerordentlich  knapp  waren,  sondern

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