Graf  Mirbach  ermordet

nicht  einen  Augenblick  verlassen.  Sie  war  gesteigert
worden  durch  alle  Nachrichten,  die  von  unseren  Missionen
in  Moskau,  in  Helsingfors,  in  Kiew  und  im  Kaukasus
zu  uns  herüberkamen;  noch  mehr  durch  die  Beobachtung,
  daß  unserer  Politik  nach  dem  Osten  jede  einheitliche
  Linie  fehlte,  daß  sie  in  sich  widerspruchsvoll  war  und
nur  zu  einer  Festlegung  und  Zersplitterung  wertvoller
Kräfte,  dagegen  zu  keinem  irgendwie  gearteten  positiven
Nutzen  führte.  Der  alte  Fehler,  der  die  Verhandlungen
ın  Brest-Litowsk  so  maBlos  erschwert  und  den  Brester
Frieden  so  unglücklich  beeinflußt  hatte  —  der  Mangel  an
Übereinstimmung  zwischen  der  politischen  und  der  militärischen
  Leitung  —,  erwies  sich  auch  weiterhin  als  das
Grundübel.  Graf  Mirbach  und  seine  Mitarbeiter  hatten
nach  allem,  was  ich  damals  wahrnehmen  konnte  und  später
auch  bestätigt  fand,  sich  für  die  richtige  Politik  eingesetzt
und  versucht,  für  eine  einheitliche  Marschroute  im  Sinne
der  Vorbereitung  eines  allmählichen  Umschwenkens  und
Abbauens  zu  wirken.  Das  Auswärtige  Amt,  dessen  Chef
wohl  die  Auffassungen  des  Grafen  Mirbach  teilte,  vermochte
  jedoch  nicht,  diesen  Standpunkt  durchzusetzen,
ja  es  hat  schließlich  selbst  die  Hand  zu  einer  wesentlichen
Verschärfung  des  Brester  Friedens  geboten.  Die  Klärung
der  östlichen  Fragen  erschien  mir  in  doppeltem  Maße  als
eine  gebieterische  Notwendigkeit,  seitdem  der  Verlauf
unserer  militärischen  Operationen  im  Westen  die  Hoffnung
  auf  den  entscheidenden  Sieg  auf  dem  westlichen

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