Die  Lage  in  Moskau

Zivil!  —  als  Schutzwache  für  die  Gesandtschaft  begnügte.
Dem  geschickten  und  energischen  Auftreten  des  deutschen
Geschäftsträgers  gelang  es,  bei  dieser  Gelegenheit  wenigstens
  die  Entfernung  der  Militärmissionen  der  Entente,
die  bisher  immer  noch  in  Moskau  ıhr  Unwesen  getrieben
hatten,  durchzusetzen.

Das  alles  war  geschehen,  ehe  über  meine  Ernennung
entschieden  war;  ich  habe  von  diesen  Vorgängen  das
Wesentliche  erst  erfahren,  als  ich  in  den  wenigen  Tagen
von  meiner  Ernennung  bis  zu  meiner  Abreise  nach  Moskau
mich  ım  Auswärtigen  Amt  zu  informieren  suchte.  Dabei
erfuhr  ich  auch,  daß  während  der  durch  den  Abfall  Murawiews
  entstandenen  Krise  der  Geschältsträger  mit  Unterstützung
  des  Militärattaches  die  Ermächtigung  erbeten
hatte,  im  Falle  der  Not  mit  dem  gesamten  Personal  der
Mission  Moskau  zu  verlassen.  Der  Staatssckretär  des  Auswärtigen
  Amtes  hat  damals  diese  Ermächtigung  erteilt
und,  als  die  Moskauer  Vertretung  angesichts  der  raschen
Niederwerfung  der  Murawiewschen  Revolte  keinen  Gebrauch
  von  ihr  machte,  sie  für  künftige  Eventualitäten
aufrechterhalten.  Dagegen  erfuhr  ich  erst  in  Moskau  aus
den  Mitteilungen  des  Geschäftsträgers,  daß  die  Moskauer
Vertretung  in  der  Ermordung  des  Grafen  Mirbach  den
wichtigen  Anlaß  hatte  sehen  wollen,  um  uns  aus  der  doch
unhaltbaren  Verbindung  mit  dem  Bolschewismus  zu
befreien  und  den  Weg  zu  einer  einheitlichen  Politik  der
Verständigung  mit  dem  nichtbolschewistischen  Rußland

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