Die  Entscheidung

freizumachen.  Diese  Politik  hatte  in  Berlin  kein  Verständnis
  gefunden.  Der  Staatssekretär  von  Hlintze  suchte  mir
gegenüber  die  offenbar  schwebenden  Differenzen  durch  eine
übertriebene  Nervosität  der  Moskauer  Herren  zu  erklären:
die  anderen  an  den  Zusatzverträgen  mit  besonderem  Eifer
arbeitenden  Herren  erweckten  mir  indessen  schon  damals
den  Eindruck,  daß  sie  in  den  Moskauer  Berichten  nur
eine  unerwünschte  und  lästige  Störung  ihrer  Verhandlungen
  über  die  Zusatzverträge  sahen.  Die  Verträge  selbst
waren,  wie  ich  später  in  Moskau  feststellte,  der  dortigen
Vertretung  trotz  mehrfach  wiederholter  Reklamationen
nicht  mitgeteilt  worden.  Das  Exemplar  der  Entwürfe,
das  ich  nach  Moskau  mitbrachte,  war  das  erste,  das  die
dortigen  Herren  überhaupt  zu  sehen  bekamen,  Über
die  schweren  Bedenken,  die  bei  der  Moskauer  Vertretung
gegen  wesentliche  Punkte  der  Zusatzverträge  bestanden,
konnte  man  im  Berliner  Auswärtigen  Amt  nicht  im
Zweifel  sein.

Jedenfalls  wünschte  der  Staatssekretär,  daß  ich  meine
Abreise  nach  Moskau  nach  jeder  Möglichkeit  beschleunigen
möchte,  um  mir  so  bald  wie  möglich  an  Ort  und  Stelle  ein
Urteil  zu  bilden.  Die  über  die  Verlegung  des  Sitzes  der
deutschen  Vertretung  zu  treffende  Entscheidung  gab  er
dabei  ganz  In  meine  Hand.

So  reiste  ıch  bereits  wenige  Tage  nach  meiner  Ernennung,
  am  26.  Juli,  von  Berlin  nach  Moskau  ab.  Ich
hatte  mir  vorbehalten,  nach  Gewinnung  eines  Überblicks

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