Meine  Ankunft  in  Moskau

zur  Berichterstattung  und  zur  Ordnung  mciner  persönlichen
  Verhältnisse  nach  Berlin  zurückkommen  zu  dürfen.

An  der  Militärgrenze,  Bahnhof  Orscha,  erwartete  mich
ein  Vertreter  des  Volkskommissariats  für  das  Auswärtige
mit  einem  Extrazug  und  einer  schwer  bewaffneten  lettischen
  Schutzwache.  Die  Reise  auf  russischem  Gebiet  ging
glatt  und  rasch  vonstatten.  Wir  hätten  bequem  zwischen
sieben  und  acht  Uhr  abends  in  Moskau  sein  können.
Etwa  hundert  Kilometer  vor  Moskau  erhielt  jedoch  der
Zugführer  die  Weisung,  der  Zug  dürfe  unter  keinen  Umständen
  vor  zehn  Uhr  in  Moskau  einlaufen.  Wir  fuhren
dementsprechend  im  Schneckentempo.  Kurz  vor  Kunzewo,
etwa  vierzehn  Kilometer  vor  Moskau,  erhielt  der  Zug
Haltesignal.  Dr.  Riezler  erschien  an  meinem  Wagen  und
forderte  mich  auf,  mit  meinem  Begleiter,  dem  der  Moskauer
Vertretung  zugeteilten  Legationsrat  Grafen  Bassewitz,  den
Zug  zu  verlassen.  Man  wolle  es  vermeiden,  mich  im
Moskauer  Bahnhof  aussteigen  zu  lassen.  Auf  der  Straße
erwartete  uns  Herr  Radek,  damals  Chef  der  mitteleuropäischen
  Sektion  des  Volkskommissariats  für  das  Auswärtige,
  mit  seinem  Auto  und  brachte  uns  unbemerkt
nach  der”Stadt  hinein  zu  der  am  Djeneshnij,  einer  ruhigen
Seitenstraße  des  Arbat,  gelegenen  Villa  Berg,  in  der  unsere
Vertretung  ıhren  Sitz  genommen  hatte.  Herr  Radek
erwähnte,  es  liege  zwar  nichts  Besonderes  vor,  aber  meine
Ankunft  könne  bekannt  geworden  sein,  und  Vorsicht
könne  nichts  schaden.

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