Die  Entscheidung

Verfügung  zu  stellen,  wenn  wir  ihnen  für  später  die  Rückkehr
  ın  das  von  uns  besetzte  Lettland  gestatteten  und
sie  in  Ihren  Grundbesitz  wieder  einsetzten.

Wie  ernst  die  Sowjetregierung  selbst  die  Lage  ansah,
ergab  sich  mir  aus  Eröffnungen,  die  mir  Herr  Tschitscherin,
  unangesagt  und  direkt  aus  einer  Beratung  im
Kreml  kommend,  am  Abend  des  I.  August  im  Auftrag
des  Rates  der  Volkskommissare  machte.

Zunächst  teilte  er  mir  mit,  daß  angesichts  des  Vormarschs
  der  Ententetruppen  von  Murmansk  und  der
Landung  der  Engländer  in  Archangelsk  seine  Regierung
kein  Interesse  mehr  an  ihrem  in  Berlin  ausgesprochenen
Wunsch  habe,  eın  deutsch-finnisches  Eingreifen  in  Karelien
gegen  die  Murmanküste  möchte  aufgeschoben  werden.
Ein  offenes  militärisches  Bündnis  mit  uns  sei  allerdings
in  Rücksicht  auf  die  öffentliche  Meinung  unmöglich;
möglich  aber  sei  eine  tatsächliche  Parallelaktion.  Seine
Regierung  beabsichtige,  ihre  Truppen  um  Wologda  zu
konzentrieren,  um  Moskau  zu’  decken.  Bedingung  für  eine
Parallelaktion  sei  allerdings,  daß  wir  Petersburg  nicht
besetzten;  auch  Petrosawodsk  seı  besser  zu  vermeiden.  —
Jatsächlich  bedeutete  /diese  Eröffnung,  daß  die  Sowjetregicrung,
  um  Moskau  zü  schützen,  genötigt  war,  uns
um  die  Deckung  von  Petersburg  zu  bitten.  Das  wurde
bestätigt,  als  mir  Tschitscherin  am  5.  August  mitteilte,
daß  seine  Regierung  ihre  Truppen  auch  von  Petrosawodsk
nach  \Vologda  abziehen  müsse,  so  daB  der  Weg  von

466