Tschitscherin  bittet  um.  bewaffnete  Intervention

ve

Murman  nach  Petersburg  frei  und  ein  schleuniges  Eingreifen
  unsererseits  erwünscht  sei;  daß  ferner  in  Wologda
der  Kriegszustand  erklärt  sei  und  er  mich  bitten  müsse,
unsere  Unterkommission  für  Kriegsgefangene  von  dort
zurückzuziehen.

Nicht  minder  Sorge  machte  ıhm  der  Südosten.  Seine
Regierung  habe  sich  entschlossen,  auf  der  bisher  von  ihr
mit  allem  Nachdruck  verlangten  Räumung  von  Rostow
und  Taganrog  durch  unsere  Truppen  nicht  zu  bestehen,
sondern  sich  mit  der  von  uns  angebotenen  freien  Benutzung
der  Bahnlinien  zu  begnügen,  vorausgesetzt,  daß.sie  durch
uns  „von  Krasnow  und  Alexejew  befreit‘  würde.  Beide
Generale  spielten  unter  einer  Decke,  obwohl  Alexejew
ententefreundlich  sei  und  Krasnow  sich  den  Anschein
gebe,  zu  uns  zu  halten,  und  von  uns  Unterstützung  annehme.
Auf  meine  Fragen  präzisierte  er  schließlich  unser  von  ihın
gewünschtes  Eingreifen  dahin:  „Aktives  Eingreifen  gegen
Alexejew,  keine  weitere  Unterstützung  an  Krasnow.“
Auch  hier  komme  aus  denselben  Gründen  wie  im  Norden
keın  offenes  Bündnis,  sondern  nur  eine  tatsächliche
Kooperation  in  Frage;  diese  aber  sei  notwendig.  —  Mit
diesem  Schritt  erbat  also  die  Bolschewikiregierung  die
bewaffnete  deutsche  Intervention  auf  großrussischem
Gebiet.  Ein  schlagender  Beweis  dafür,  wie  hoch  ihr  das
Wasser  stand.

Nicht  tröstlicher  war  die  Lage  für  die  Sowjetregierung
ım  Innern.

30°  407