Dice  Entscheidung

obwohl  mir  der  Staatssekretär  des  Auswärtigen  Amtes
vor  meiner  Abreise  von  Berlin  ın  diesem  Punkt  freie
Hand  gegeben  hatte.  Denn  damals  wurde  in  der  Besprechung
  zwischen  dem  Staatssekretär  und  mir  die  Frage
der  Wegverlegung  nur  vom  Standpunkt  der  persönlichen
Sicherheit  des  Personals  der  Mission  betrachtet,  während
nunmehr  der  politische  Zweck  eines  solchen  Schrittes  —
das  demonstrative  Abrücken  von  den  Bolschewiki  —,  der
bei  den  Anträgen  der  Moskauer  Mission  in  Berlin  bisher
überhört  worden  war,  wieder  ın  den  Vordergrund  rückte.

Das  Auswärtige  Amt  erteilte  mir  die  nachgesuchte
Ermächtigung  zu  den  von  mir  empfohlenen  Verhandlungen
  nicht,  machte  vielmehr  das  rasche  Zustandekommen
der  Zusatzverträge  zum  Angelpunkt  seiner  Politik;  ferner
wiederholte  es  das  Anheimstellen,  Moskau  mit  dem  Personal
  der  Vertretung  zu  verlassen,  wenn  mir  das  aus
Sicherheitsgründen  angezeigt  erscheine.

Ich  antwortete,  daB  nach  meiner  Ansicht  die  Zusatzverträge
  mitsamt  dem  Brester  Friedensvertrag  bei  der
Fortsetzung  der  von  Berlin  befohlenen  Politik  Makulatur
werden  würden;  ein  Verlassen  Moskaus  durch  mich  und
das  engere  Personal  der  Mission  werde,  auch  wenn  mit
Sicherheitsgründen  motiviert,  als  Abrücken  von  den
Bolschewiki  wirken;  nur  aus  persönlichen  Siıcherheitsgründen
  würde  ich  deshalb  Moskau  nicht  verlassen.

Auch  gegenüber  meinen  erneuten  Vorstellungen  beharrte
das  Auswärtige  Amt  auf  seinem  Standpunkt;  in  der  Frage

480