Lage  der  deutschen  \lission

des  Wegganges  von  Moskau  erteilte  es  mir  jedoch  jetzt
die  formelle  Weisung,  im  Falle  der  Lebensgefahr  für  mich
oder  das  Personal  der  Mission  Moskau  zu  verlassen  und
einen  gesicherteren  Ort  aufzusuchen.  Schließlich  erhielt
ich  am  5.  August  die  telegraphische  Weisung,  alsbald  zur
mündlichen  Berichterstattung  nach  Berlin  zu  kommen
und  die  Geschäfte  an  Dr.  Riezler  zu  übertragen,  für  den
hinsichtlich  des  weiteren  Verbleibens  oder  des  Verlassens
von  Moskau  die  in  dem  obenerwähnten  Telegramm  erteilte
Weisung  in  Kraft  bleibe.

Durch  meine  Berufung  nach  Berlin  war  die  Frage  meiner
persönlichen  Sicherheit  ausgeschaltet.  Es  blieb  mir  aber
die  mir  durch  das  Auswärtige  Amt  ausdrücklich  auferlegte
Verantwortung  für  die  Sicherheit  meines  umfangreichen
Personals.

Bisher  hätte  man  mir  bei  einer  Wegverlegung  der  Mission
von  Moskau  den  Vorwurf  machen  können,  daß  ich  mich
bei  einem  Entschluß  von  politischer  Tragweite  durch
Gründe  meiner  persönlichen  Sicherheit  hätte  beeinflussen
lassen.  Alleın  schon  dieser  Gedanke  hatte  mich  bestimmt,
dem  Drängen  meiner  Mitarbeiter,  sowohl  der  Offiziere
wie  auch  der  Zivilbeamten,  ebenso  den  gutgemeinten
Ratschlägen  anderer  Personen,  wie  meines  mit  den  Moskauer
  Verhältnissen  gut  vertrauten  bulgarischen  Kollegen
Tschapratschikoff,  zu  widerstehen,  obwohl  die  Dinge,  wıe
sich  aus  folgender  Tagesübersicht  ergibt,  sich  stark
zugespitzt  hatten.

3z  MRelffierich,  Weltkrieg  II  ABI