Meine  Rückberufung  nach  Berlin

Ermordung  eines  österreichischen  Erzherzogs  hatte  die
Veranlassung  zu  dem  Krieg  gegeben.  Der  Ermordung
eines  deutschen  Feldmarschalls  durften  sich  jetzt  die
Täter  ungestraft  rühmen!

Wenn  ich  jetzt  nach  Berlin  berufen  wurde,  so  vermochte
ich  nicht  den  von  allen  meinen  Beratern  als  notwendig
erachteten  Entschluß  der  Verlegung  unserer  diplomatischen
Vertretung  meinem  Vertreter  zu  überlassen.  Ich  wäre
mir  vor  mir  selbst  als  Feigling  erschienen,  wenn  ich  die
Verantwortung  für  diesen  Entschluß  nicht  auf  mich  selbst
genommen  hätte,  gerade  weil  für  mich  persönlich  jetzt
mit  meiner  Abreise  das  Moment  der  persönlichen  Sicherheit
  wegfiel.  Ich  habe  später  in  Berlin  mit  einigem
Erstaunen  den  Vorwurf  gehört:  „Nachdem  Sie  nach
Berlin  gerufen  waren,  hätten  Sie  die  Sache  doch  ruhig

‘

in  Schwebe  lassen  können.“  Ich  habe  darauf  geantwortet,
  daß  ich  nicht  gewohnt  sei,  nach  dem  Vers  zu
handeln:  „Wär  ich  mit  guter  Art  davon,  könnt’  Euch
der  Teufel  holen  “

Ich  betrachtete  es  allerdings  nicht  nur  als  meine  Pflicht,
entsprechend  der  mir  vom  Auswärtigen  Amt  ausdrücklich
erteilten  Weisung  für  die  Sicherheit  meines  Personals  zu
sorgen,  sondern  es  kam  mir  auch  darauf  an,  unserer
Regierung  für  alle  etwa  von  ihr  zu  fassenden  Entschlüsse
dadurch  freie  Hand  zu  schaffen,  daß  ich  die  zahlreichen
bei  unserer  Vertretung  beschäftigten  Personen  aus  der

Moskauer  Mausefalle,  in  der  sie  einfach  Geiseln  der

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