Die  Entscheidung

mit  dem  deutschen  Geschäftsträger  erteilt  worden,  da  in
Orscha,  der  Grenzstation,  Militärunruhen  ausgebrochen
seien,  die  eine  Weiterfahrt  gefährlich  erscheinen  ließen;
in  Wiasma  werde  mich  Radek  erwarten,  mit  dem  ich
das  Weitere  besprechen  könne.

In  der  Tat  hatte  die  russische  Garnison  von  Orscha,  die
Befehl  zum  Abmarsch  nach  der  Tschecho-Slowaken-Front
erhalten  hatte,  gemeutert,  die  bolschewistischen  Behörden
teils  erschossen,  teils  verjagt,  eine  sozialrevolutionäre  Republik
  erklärt  und  den  deutschen  Grenztruppen  mitgeteilt,
sie  betrachte  sich  als  mit  Deutschland  im  Kriegszustand
befindlich.  Die  Sowjetregierung  sandte  sofort  Truppen  aus
Smolensk  und  Witebsk,  um  die  Ordnung  wiederherzustellen.
Über  die  weitere  Entwicklung  der  Dinge  lagen  angeblich
Nachrichten  noch  nicht  vor.  Ich  verlangte  von  Herrn
Radek,  gleichwohl  nach  Orscha  gebracht  zu  werden.  Bei
unserer  Ankunft  hatten  sich  die  meuternden  Truppen  aus
der  Stadt  zurückgezogen  und  auf  einer  benachbarten  Höhe
eingegraben.  Auf  der  deutschen  Seite  hatte  man  sich  über
mein  Verbleiben  beunruhigt  und  bereits  Vorkehrungen
getroffen,  um  mich  nötigenfalls  herauszuhauen.

Als  ich  am  Morgen  des  Io.  August  in  Berlin  eintraf,
erfuhr  ich  zu  meinem  nicht  geringen  Erstaunen,  daß  der
Staatssekretär  des  Auswärtigen  Amtes,  ohne  meine  Ankunft
abzuwarten,  die  Weiterverlegung  unserer  Vertretung  von
Petersburg  nach  dem  hinter  der  deutschen  Militärgrenze
liegenden  und  von  unseren  Truppen  besetzten  Pleskau

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