Unsere  militärische  Lage

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werden  müsse.  Der  Kaiser  hat  damals  entschieden:  ‚,es
müsse  auf  einen  geeigneten  Zeitpunkt  geachtet  werden,
wo  wir  uns  mit  dem  Feinde  zu  verständigen  hätten“
(Weißbuch  über  die  Vorgeschichte  des  Waffenstillstands.)

Ohne  Kenntnis  von  diesen  Eröffnungen  unserer  Heerführer
  zu  haben,  hielt  ich  mich  für  verpflichtet,  unmittelbar
  nach  meiner  Unterhaltung  mit  General  Ludendorff
zum  Reichskanzler  zu  fahren  und  ihm  über  diese  Unterhaltung
  zu  berichten,  mit  dem  eindringlichen  Hinzufügen,
daß  ıch  nach  meiner  Kenntnis  der  Art  Ludendorffs,  sich
über  solche  Dinge  zu  äußern,  den  Eindruck  gewonnen
habe,  daß  die  militärische  Lage  außerordentlich  ernst  sei.
Mein  Eindruck  war,  daß  Graf  Hertling  meine  Auffassung
für  übertrieben  hielt.

Die  von  der  Obersten  Heeresleitung  erwarteten  neuen
Angriffe  setzten  am  I6.  August  beiderseits  Roye  ein.  Der
Feind  vermochte  hier  in  mehrtägigen  erbitterten  Kämpfen
keine  nennenswerten  Vorteile  zu  erzielen.

Den  Erfolg,  der  ihm  bei  diesem  Frontalangriff  versagt
blieb,  erkämpfte  er  sich  jedoch  am  20.  August  in  den
zwischen  der  Oise  und  Aısne  und  tags  daraufin  der  Gegend
Bapaume—Arras  einsetzenden  Flügelangriffen.  An  beiden
Stellen  wurden  wir  in  schweren  Kämpfen  zurückgedrückt.
Der  flache  Frontbogen  Bapaume—Chaulnes—Roye—Noyon
kam  dadurch  in  Gefahr.  Unsere  Heeresleitung  entschloß
sich,  um  dieser  Gefahr  vorzubeugen,  diesen  Frontteil  zurückzunehmen.
  In  den  letzten  Augusttagen  wurden  deshalb

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