Weitere  Rückzugsbewegungen

bleibt  Rückzug,  und  die  Notwendigkeit  der  Preisgabe  des
in  den  Märzoffensiven  erstrittenen  Gewinnes  wurde  in
Heer  und  Heimat  als  ein  großes  Unglück  empfunden.
Der  Rückzug  vollzog  sich  auch  nicht  ohne  große  Verluste
an  Menschen  und  Material.  Aber  die  Tatsache,  daß  es
gelang,  diesen  Rückzug  unter  dem  ständigen  Druck  eines
weit  überlegenen  Feindes  Schritt  für  Schritt  und  planmäßig
  durchzuführen,  war  ein  glänzendes  Zeugnis  für
Truppe  und  Führung.

Während  aber  unsere  Feinde  in  den  Amerikanern  immer
neuen  und  frischen  Zuzug  erhielten  —  im  August  kamen
allein  335  000  amerikanische  Soldaten  in  Frankreich  an  —,
wurde  bei  uns  der  Ersatz  für  die  großen  Lücken,  die  durch
die  schweren  Angriffe  in  unsere  Verbände  gerissen  wurden,
immer  spärlicher  und  immer  schlechter.  Die  große  zahlenmäßige
  Überlegenheit  an  Menschen  und  Material  hatte  dem
Marschall  Foch  eine  Möglichkeit  in  die  Hand  gegeben,  die
unseren  Heerführern,  die  mit  beschränkteren  Mittelnrechnen
mußten,  nie  gewährt  worden  ist:  eine  große  Offensive  gleichzeitigan
  mehreren  Stellen  anzusetzen.  Die  Ausnutzung  dieser
Möglichkeit  —die  gleichzeitige  Offensive  im  Raume  zwischen
der  Oise  und  der  Aisne  und  im  Raume  Arras—Bapaume  —
hatte  ihm  den  Erfolg  unseres  Rückzugs  auf  die  Siegfriedlinie
  eingebracht.  Jetzt  gab  ihm  die  Fülle  seiner  Reserven  an
Menschen  und  Material  eine  zweite  Möglichkeit,  die  gleichfalls
  den  deutschen  Heerführern  in  ihrer  Offensive  auf  dem
westlichen  Kriegsschauplatz  nie  zuteil  geworden  ist:  die

303