Die  Entscheidung

Der  Friedensschritt  der  Mittelmächte  vom  Dezember  1916
habe  nicht  zu  dem  erhoiiten  Erfolg  geführt,  habe  aber
wenigstens  bewirkt,  daß  die  Friedensfrage  seither  nicht
mehr  von  der  Tagesordnung  verschwunden  sei.  Wenn
auch  die  seither  vor  dem  Tribunal  der  Öffentlichkeit
geführte  Diskussion  die  Gegensätzlichkeit  bewiesen  habe,
die  jetzt  noch  die  Auffassung  der  krieglührenden  Mächte
von  den  Friedensbedingungen  trenne,  so  habesich  doch  eine
Atmosphäre  gebildet,  welche  die  Erörterung  des  Friedensproblems
  nicht  mehr  ausschließe.  Ohne  übertriebenen
Optimismus  könne  man  aus  den  Äußerungen  verantwortlicher
  Staatsmänner  mindestens  so  viel  konstatieren,
daß  der  Wille,  zu  einer  Verständigung  zu  gelangen  und
den  Krieg  nicht  ausschließlich  durch  die  Macht  der  Waffen
zur  Entscheidung  zu  bringen,  auch  bei  den  alliierten  Staaten
allmählich  doch  durchzudringen  beginne.

Der  Schritt  des  Grafen  Burian  wirkte  als  Sensation.
Er  wurde  allgemein  dahin  gedeutet,  daß  Österreich-Ungarn
nicht  mehr  ın  der  Lage  oder  nicht  mehr  gewilit  sei,  weiterzukämpfen,
  und  daß  es  sich,  um  zum  Frieden  zu  kommen,
entschlossen  habe,  ohne  Rücksicht  auf  seine  Bundesgenossen
  selbständig  den  Weg  zum  Frieden  zu  gehen.

Der  Staatssekretär  von  Hintze  war  noch  in  der  Woche
zuvor  zu  Besprechungen  mit  dem  Grafen  Burian  in  Wien
gewesen.  Es  war  ilım  weder  gelungen,  den  Sonderschritt,
den  Graf  Burian  schon  Mitte  August  in  Spa  angekündigt
hatte,  abermalszu  verhindern,  noch  ihm  eine  für  Deutschland

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