Die  Entscheidung

der  inneren  Politik  verlegte.  Schon  am  Tage  vor  seinem
Zusammentritt  hatte  die  Fortsehrittliche  Volkspartei  eine
Fraktionssitzung  abgehalten,  deren  wesentliches  Ergebnis
Übereinstimmung  darüber  war,  daß  der  Eintritt  der  Sozialdemokratie
  in  die  Regierung,  von  dem  seit  einiger  Zeit
viel  gesprochen  wurde,  zu  begrüßen  sei,  daß  eine  weitere
Verschleppung  der  preußischen  Wahlreform  nicht  mehr
geduldet  werden  dürfe  und  daß  der  Artikel  g  der  Reichsverfassung,
  der  verbot,  daß  jemand  gleichzeitig  Mitglied  des
Bundesrats  und  Mitglied  des  Reichstags  sein  dürfe,  aufzuheben
  sei.  Die  sozialdemokratische  Reichstagsfraktion
hatte  am  gleichen  Tag  besahlossen,  den  Eintritt  von  Sozialdemokraten
  in’  eine  etwa  neu  zu  bildende  Regierung  unter
einer  Reihe  von  Bedingungen  zu  billigen,  die  zu  einem  großen
Teil  gleichfalls  auf  dem  Gebiet  der  inneren  Politik  lagen.

In  diesem  Rahmen  bewegte  sich  auch,  was  die  Fraktionsführer
  im  Hauptausschuß  vorbrachten.  Die  Reden
der  Wortführer  der  Mehrheitsparteien  waren,  bei  aller
Schonung  der  Person  des  Grafen  Hertling,  eine  einzige
Anklage  gegen  die  Versäumnisse,  namentlich  die  innerpolitischen
  Versäumnisse,  der  von  ihnen  selbst  vor  nicht
ganz  einem  Jahr  gekürten  und  mit  ihren  Vertrauensmännern
  durchsetzten  Regierung.  Der  Einfluß  der  Militärs
  auf  die  Politik,  die  Handhabung  der  Zensur  und
des  Vereinsrechts  unter  dem  Belagerungszustand,  die
Verschleppung  der  preußischen  Wahlreform  waren  die
wichtigsten  Beschwerdepunkte.  Von  derjenigen  inneren

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