Kritische  Zusritzung  in  Perlin

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Frage,  die  in  Wirklichkeit  alles  Interesse  in  Anspruch
nahm,  von  der  Bildung  einer  neuen  Regierung  durch
die  Mehrheitsparteien,  sprach  man  im  Hauptausschuß
auffallenderweise  nicht,  wohl  deshalb,  weil  über  das  Los
des  Grafen  Hertling  zwischen  dem  Zentrum,  das  ihn  halten
wollte-und  den  anderen  Mehrheitsparteien,  die  seinen
Kopf  verlangten,  noch  keme  Übereinstimmung  bestand.

Da  traf  am  26.  September  die  Nachricht  von  dem
Ersuchen  Bulgariens  an  die  Entente  um  Waffenstillstand
und  Einleitung  von  Friedensverhandlungen  in  Berlin  ein.
Die  Bestürzung  über  diesen  offenen  Abfall  des  bulgarischen
Verbündeten  war  groß.  Herr  von  Hintze  gab  zwar  im
HauptausschußB  am  27.  September  Erklärungen  ab,  daß
weder  für  Bulgarien  noch  für  uns  ein  Anlaß  vorliege,
das  Spiel  bereits  verlorenzugeben;  die  militärische  Lage
in  Mazedonien  lasse  sich  durch  die  alsbald  entsandten
deutschen  und  österreichisch-ungarischen  Verstärkungen
nach  dem  Urteil  der  militärischen  Sachverständigen  wiederherstellen;
  auch  stehe  noch  nicht  fest,  ob  Herr  Malinoff
den  König,  die  bulgarische  Heeresleitung  und  die  Sobranje
hinter  sich  habe,  oder  ob  er  auf  eigene  Faust  vorgegangen
sei;  eine  Gegenaktion  der  bundestreuen  Elemente  in  Sofia
scheine  bevorzustehen.  —  Aber  die  Klarheit  ließ  nicht
lange  auf  sich  warten.  König  Ferdinand,  der  gewillt
war,  an  dem  Bündnis  festzuhalten,  sah  sich  gezwungen,
zugunsten  seines  Sohnes  abzudanken  und  den  Dingen
ihren  Lauf  zu  lassen.

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