Lage  an  der  Front.

Das  sich  immer  mehr  verstärkende  Übergewicht  unserer
Feinde  war  nicht  mehr  auszugleichen.  Unter  dem  Druck
dieser  Erkenntnis,  der  auch  der  letzte  Mann  sich  nicht
verschließen  konnte,  und  unter  den  üblen  Einwirkungen
aus  der  Heimat,  die  durch  eine  mit  den  raffiniertesten
Mitteln  betriebene  Propaganda  des  Feindes  in  unseren
Reihen  verstärkt  wurden,  begann  der  Geist  der  Truppe  sich
greifbar  zu  verschlechtern.  Die  Fälle,  daß  unsere  Leute
auch  gegenüber  schwachen  Angriffen  nıcht  mehr  hielten
oder  gar  kampflos  zum  Feinde  überliefen,  hatten  sich
gemehrt;  ja  es  kam  vor,  daB  den  neu  eingesetzten  Verbänden
  aus  den  Reihen  der  zurückflutenden  Truppen
das  böse  Wort  „Streikbrecher  zugerufen  wurde.

Gerade  in  jenen  letzten  Septembertagen  war  die  militärische
  Lage  in  einer  akuten  Kriısis.  Der  Kampf  um  die
Siegfriedstellung  war  auf  seinem  Höhepunkt:  es  ging  um
die  Kanalstellungen,  die  wir  vergeblich  vor  einem  Durchbruch
  zu  bewahren  suchten.  Außerdem  hatte  am  28.  September
  die  englisch-belgische  Offensive  in  Flandern  unsere
Stellungen  um  Ypern  durchbrochen  und  damit  eine  schwere
Bedrohung  für  unsere  Positionen  an  der  flandrischen  Küste
und  in  der  Gegend  von  Lille  geschaffen.  Schließlich  nötigte
uns  die  Offensive  der  Franzosen  und  Amerikaner,  unsere
Stellungen  zwischen  Reims  und  der  Maas  nicht  unerheblich
  zurückzunehmen.  Die  ganze  Front,  die  wir  vom
Herbst  1914  an  bis  zum  Beginn  unserer  eigenen  Offensive
im  Frühjahr  ıgıd  gegen  dıe  stärksten  Angriffe  gehalten

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