Die  Entscheidung

mit  ihren  Sorgen  eintrafen,  sahen  sie  sich  vor  den  Antrag
der  Obersten  Heeresleitung  auf  sofortige  FHerbeiführung
eines  Waffenstillstands  und  Einleitung  von  Friedensverhandlungen
  gestellt.

Graf  Hertling,  der  mit  dem  Entschluß  angekommen  war,
vom  Kaiser  seinen  Abschied  zu  erbitten,  trat  bei  den
weiteren  Besprechungen  nicht  mehr  in  Tätigkeit.

Die  beiden  Staatssekretäre,  die  den  Reichskanzler  begleitet
  hatten,  um  den  Kaiser  von  der  Notwendigkeit
der  Neubildung  der  Regierung  auf  breitester  parlamentarischer
  Grundlage  sowie  der  Reform  der  Reichsverfassung
  ım  Sinne  der  demokratischen  Forderungen  zu
überzeugen,  wurden  In  ihrer  Auffassung  und  Absicht  durch
die  Eröfinungen  der  Obersten  Heeresleitung  nur  bestärkt.
Sie  erklärten,  daß  ein  Friedensangebot,  wie  es  die  Oberste
Heeresleitung  verlangte,  nur  von  einer  neuen  Regierung,
die  vom  Vertrauen  des  ganzen  Volkes  und  seiner  Vertretung,
  des  Reichstages,  getragen  sei,  gemacht  werden
könne;  der  verhängnisvolle  Rückschlag,  den  dies  von
niemand  in  Deutschland  erwartete  plötzliche  Ersuchen
um  Waffenstillstand  und  Frieden  in  der  Stimmung  des
deutschen  Volkes  hervorrufen  werde,  könne  nur  ausgeglichen
  werden  durch  weitgehende  demokratische  Reformen,
  die  „Revolution  von  unten“  könne  nur  vermieden
werden  durch  eine  „Revolution  von  oben“.

Die  Oberste  Heeresleitung  und  der  Kaiser  schlossen
sich  dieser  Auffassung  an.

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