Die  Entscheidung

machten  sich  daran,  ein  Kabinett.  aus  ihren  Mitgliedern
zu  bilden.

Als  neuer  Kanzler  wurde  von  ihnen  zunächst  der  bisherige
  Vizekanzler  von  Payer  in  Aussicht  genommen.
Dieser  lehnte  jedoch  ab,  sei  es,  weil  er  sich  der  ungeheuren
Aufgabe  nicht  gewachsen  fühlte,  sei  es,  weil  aus  den  Reihen
seiner  eigenen  Parteifreunde  heraus  Stimmung  für  einen
anderen  Ikandidaten  gemacht  wurde:  für  den  Prinzen
Max  von  Baden.  Dieser  war  mir  schon  ın  den  letzten  Tagen
der  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis  von  dem  Abgeordneten
  Conrad  Haußmann  als  der  gegebene  Reichskanzler
  bezeichnet  worden.  Er  war  inzwischen  durch  einige
Reden,  die  er  als  Präsident  der  Badischen  Ersten  Kammer
gehalten  hatte,  in  der  politischen  Welt  als  ein  Anhänger
eines  Versöhnungsfriedens  und  als  ein  Mann  von  liberalen
Anschauungen  bekannt  geworden.  Schon  im  Dezember  1917
hatte  er  das  Wort  von  dem  ‚„Weltgewissen‘“  gesprochen,
das  hinter  unserer  Kraft  stehen  müsse,  um  die  Welt  mit
uns  zu  versöhnen.  In  einer  seiner  späteren  Reden  rief  er
das  ‚„Verantwortungsgefühl  gegenüber  der  Menschheit“
an,  das  erfordert  hätte,  ‚daß  man  die  Hölle  dieses  Krieges
nicht  noch  einmal  losließ,  bevor  der  ehrliche  Versuch  gemacht
  wurde,  ob  nicht  die  Differenzen  zwischen  den  Kriegführenden
  schon  so  weit  geschwunden  sınd,  daß  Verhandlungen
  sie  überbrücken  könnten“  Und  in  seiner  Rede  aus
Anlaß  der  Jahrhundertfeier  der  badischen  Verfassung
bezeichnete  er  die  ‚Demokratisierung‘  als  das  Ziel  unserer

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