Prinz  Max  von  Baden’  Reichskanzler

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politischen  Entwicklung,  mit  dem  Hinzufügen:  ‚Heute
enthält  die  Forderung  nach  äußerer  Kraftentfaltung  zugleich
  die  Forderung  nach  innerer  Freiheit.‘

Solche  Worte  waren  eine  starke  Empfehlung  bei  den
Führern  der  Mehrheitsparteien,  die  hier  Geist  von  ihrem
Geist  zu  spüren  glaubten.  In  den  persönlichen  Unterhaltungen,
  die  der  alsbald  nach  Berlin  gerufene  Prinz  mit  den
Parteıführern  hatte,  verstärkte  er  diesen  Eindruck  durch
seine  gewinnende  -Liebenswürdigkeit.  Sogar  die  Sozialdemokraten
  setzten  sich  über  ihre  anfänglichen  Bedenken
gegen  die  Inaugurierung  der  demokratischen  Epoche  durch
einen  Prinzen  und  Thronfolger  hinweg.  Ob  der  Prinz  die
Kraftnatur  sei,  der  allein  in  dem  schwersten  Sturm  das
Steuerruder  des  Vaterlands  anvertraut  werden  durfte,
danach  fragte  niemand;  im  Gegenteil,  die  sıch  beim  ersten
Gespräch  aufdrängende  Wahrnehmung,  daB  der  liebenswürdige
  und  wohlmeinende  Prinz  alles  eher  sei  als  eine
Kraftnatur,  hat  wohl  nicht  unwesentlich  dazu  beigetragen,
die  Begeisterung  für  seine  Kandidatur  bei  gewissen
Führern  der  Mehrheitsparteien  zu  erhöhen.

Am  3.0Oktober  wurde  Prinz  Max  von  Baden  zum  Reichskanzler
  und  zum  preußischen  Minister  der  Auswärtigen
Angelegenheiten  ernannt.  Der  Posten  des  preußischen
Ministerpräsidenten  blieb  unbesetzt!  Beigegeben  wurden
ihm  als  Staatssekretäre  ohne  Portefeuille  die  Zentrumsführer
  Gröber  und  Erzberger  sowie  der  Sozialdemokrat
Scheidemann,  derselbe,  der  vor  Jahren  den  Verrat  als

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