Ludendorffs  Ersuchen  um  sofortige  Waffenstillstandsverhandlungen

zum  Ersuchen  um  sofortigen  Waffenstillstand,  das  unter
diesen  Verhältnissen  nur  die  Einleitung  zur  schmählichsten
Kapitulation  sein  konnte,  gezwungen  sein  sollten.  Ich

verwies  auf  Ludendorffs  heftiges  Temperament,  dem  er
starken  und  mitunter  übertreibenden  Ausdruck  zu  geben
liebe.  Ich  beschwor  meine  Freunde,  dahin  zu  wirken,  daß
nicht  unter  einem  vielleicht  falschen  Eindruck,  wie  ıhn
Ludendorffs  Art  bei  Leuten,  die  ihn  nicht  genau  kannten,
leicht  hervorrufen  könne,  in  einer  Panıkstimmung  Entschlüsse
  gefaßt  würden,  die  das  Verderben  unentrinnbar
machten.  \Venn  aber  Ludendorff  es  wirklich  habe  dahin
kommen  lassen,  daB  wir  jetzt  mit  dem  Rücken  am  Abgrund
  um  sofortigen  Waffenstillstand  betteln  müßten,  dann
habe  er  einen  solchen  Mangel  an  Augenmaß  gezeigt,  daß
auch  sein  Urteil  über  die  jetzige  Situation  nicht  maßgebend
  sein  könne  für  die  schwersten  Entschlüsse,  die  je
von  der  Reichspolitik  zu  fassen  waren;  dann  müßten  sofort
und  vor  allem  weiteren  die  Armeeführer  darüber  gehört
werden;wie  sie  die  Möglichkeit  einer  weiteren  schrittweisen
Verteidigung  während  der  für  die  Verhandlungen  nötigen
Zeit  beurteilten.

Auch  heute  noch  bin  ich  der  Meinung,  daß  eine  Politik,
die  uns  vor  dem  Schlimmsten  bewahrt  hätte,  damals  noch
möglich  gewesen  wäre.  Der  Feldmarschall  von  Hindenburg
hat  sich  nach  den  Mitteilungen  des  Obersten  Bauer  —  was
das  Weißbuch  vom  31.  Juli  I91g  nicht  erwähnt  —  bei  den
am  3.  Oktober  IgI8d  in  Berlin  stattgehabten  Beratungen

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