Note  des  Prinzen  Max  an  Wilson

Heeresleitung  anscheinend  in  allererster  Linie  erstrebte,
den'Abschluß  eines  Waffenstillstandes  in  den  allernächsten
Tagen,  vereiteln.  Wenn  die  Lage  tatsächlich  so  aussichtslos
  sei,  daß  sie  schmerzliche  Opfer  von  uns  erfordere,  z.  B.
Zugeständnisse  in  bezug  auf  ElsaB-Lothringen,  so  müsse
ich  es  für  den  einzig  richtigen  Weg  halten,  diese  Opfer
unmittelbar  gegenüber  den  an  erster  Stelle  interessierten
Kriegführenden  möglichst  wirksam  ins  Spiel  zu  setzen;  das
habe  allerdings  zur  Voraussetzung,  daß  hinter  das  Angebot
solcher  Zugeständnisse  von  vornherein  die  unbeugsame
Entschlossenheit  gestellt  werde,  nötigenfalls  auf  jede  Gefahr
  hin  weiterzukämpfen  und  unsere  Feinde  für  alles,  wassie
  über  unsere  Zugeständnisse  hinaus  von  uns  erkämpfen
wollten,  einen  Preis  von  Blut  und  Trümmern  zahlen  zu
lassen,  dessen  Höhe  ihren  Völkern  die  Augen  ölfnen  müsse.
In  der  Nacht  zum  4.  Oktober  ließ  der  neue  Reichskanzler
  an  die  Schweizer  Regierung  folgende  Note  zur  Übermittlung
  an  die  Regierung  der  Vereinigten  Staaten  abgehen:
„Die  deutsche  Regierung  ersucht  den  Präsidenten

der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika,  die  Herstellung
des  Friedens  in  die  Hand  zu  nehmen,  alle  kriegführenden
Staaten  von  diesem  Ersuchen  in  Kenntnis  zu  setzen
und  sie  zur  Entsendung  von  Bevollmächtigten  zwecks
Aufnahme  der  Verhandlungen  einzuladen.  Sie  nımmt
das  von  dem  Präsidenten  der  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  in  der  Kongreßbotschaft  vom  8.  Januar  IgIS
und  in  seinen  späteren  Kundgebungen,  namentlich  vom

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