Wilsons  Bedingungen

nach  den  inzwischen  durchgeführten  oder  eingeleiteten
Verfassungsänderungen  noch  verblieb.

Wir  standen  vor  dem  Biegen  oder  Brechen.  Wenn  jetzt
die  deutsche  Regierung  weiter  nachgab  und  sich  weiter
demütigte,  dann  war  Volk  und  Heer  nıcht  mehr  zuhalten,
dann  mußte  auch  der  Tapferste  sich  fragen:  Wofür  noch
kämpfen  und  wofür  noch  leiden?

Ich  versuchte  in  jenen  entscheidenden  Tagen  wiederholt,
den  Prinzen  Max  und  den  Staatssekretär  des  Auswärtigen
zu  sprechen  und  ihnen  meine  Ansicht  vorzutragen.  Als
mir  dies  nicht  gelang,  wandte  ich  mich  schriftlich  an
Herrn  Dr.  Solf  und  schlug  ıhm  vor,  Herrn  Wilson  etwa
in  folgendem  Sinn  zu  antworten:

Nachdem  über  die  Friedensbedingungen  auf  Grund  des
von  Herrn  Wilson  selbst  verkündeten  Programms  eine
grundsätzliche  Einigung  erzielt  sei,  habe  die  Fortsetzung
des  Menschenmordens  jede  Rechtfertigung  verloren;  sie
sei  unsinnig  und  verbrecherisch.  Der  deutschen  Regierung,
die  ihre  Hände  frei  von  diesem  Verbrechen  zu  halten
wünsche,  komme  es  darauf  an,  zu  erfahren,  ob  die  Vereinigten
  Staaten  und  ihre  Verbündeten  auf  Grund  der
über  die  Friedensbedingungen  erzielten  Einigung  und  der
sonstigen  von  der  deutschen  Regierung  gegebenen  Zusagen
und  Aufklärungen  bereit  seien,  alsbald  in  Waffenstillstandsverhandlungen
  einzutreten  oder  nicht.  Sie  müsse  \Vert  darauf
  legen,  auf  diese  F  rage  ohne  Verzug  eine  klare  Antwort
zu  erhalten,  um  danach  ihre  Dispositionen  zu  treffen.

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