Auflösung  Österreich-Ungarns

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nicht  vorgegriffen  werden;  Triest  mit  seinem  Gebiet  werde
eine  Sonderstellung  erhalten.

Der  österreichische  Kaiser  becilte  sich  also,  Herrn  Wilsons
möglichen  \Vünschen  ın  bezug  auf  die  Selbstbestimmung  der
Völkerzuvorzukommen.  Aber  er  wurdegrausamenttäuscht.

Einmal  waren  seine  „getreuen  Völker‘  so  wenig  mehr
eetrcu,  daß  ıhre  Vertreter  zu  der  Obmännerkonferenz,  1m
der  das  Programm  des  Manifestes  durch  den  Ministerpräsidenten
  erläutert  werden  sollte,  größtenteils  überhaupt
nicht  erschienen:  die  Tschechen,  Polen  und  Südslawen
blieben  fern.  Dann  aber  sandte  der  Präsident  Wilson  um
dieselbe  Zeit,  ın  der  Kaiser  Karl  scin  Manifest  erließ,  endlich
  seine  Antwortnote  auf  das  österreichisch-ungarische
Friedensersuchen  ab:  das  Todesurteil  für  die  Donaumonarchie.
  Er,  der  Präsident  \Vilson,  könne  auf  die  Vorschläge
  der  Wiener  Regierung  nicht  eingehen;  denn  seit
seiner  Kongreßbotschaft  vom  8.  Januar  habe  die  Regierung
  der  Vereinigten  Staaten  die  Tschecho-Slowaken
als  kriegführende  Macht  und  den  tschecho-slowakischen
Nationalrat  als  kriegführende  Regierung  anerkannt;
desgleichen  habe  sie  in  der  weitestgehenden  Weise  die
Gerechtigkeit  der  nationalen  Bestrebungen  der  Jugoslawen
anerkannt.  Die  bloße  Autonomie  der  österreichischen
Völker  sei  mithin  als  Grundlage  für  den  Frieden  überholt.
Diese  Völker  selbst  müßten  jetzt  Richter  darüber  sein,
wie  ihre  Aspirationen  als  Mitglieder  der  Familie  der
Nationen  befriedigt  werden  könnten.